Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat als ein wichtiges Kontrollorgan in Unternehmen ist derzeit stark in der Diskussion. In Deutschland schreibt der Gesetzgeber einen Aufsichtsrat für die Unternehmensformen Akti-engesellschaft (AG), Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), bestimmte Genossenschaften und die GmbH ab 500 Arbeitnehmer durch entsprechende Gesetze vor. Bei Aktiengesellschaften besteht der Aufsichtsrat aus mindestens drei Mitgliedern, die nicht dem Vorstand angehören dürfen. Sie haben die Aufgabe, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu beraten und zu unterstützen. Sie bestellen die Mitglieder des Vorstandes und können diese auch wieder abberufen. Ferner hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung zu überwachen und zu kontrollieren. Seine Aufgabe ist es, die Hauptversammlung einzuberufen, wenn das Wohl des Unternehmens es fordert. Insbesondere im Zuge der Finanzkrise wird der Ruf nach Kontrolle der Banken stärker. Es wird diskutiert, wie die Arbeit von Aufsichtsräten intensiver überwacht und qualitativ verbessert werden kann. Die einen fragen, ob die Finanzaufsicht BaFin künftig fachlich ungeeignete Mitglieder in Aufsichtsräten von Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken abberufen können sollte. Dem liegt die Annahme zugrunde „Je besser qualifiziert die Aufsichtsratmitglieder für ihre Kontrollfunktion sind, desto geringer das Risiko für Fehlentscheidungen.“ Andere wiederum fragen: Wer kontrolliert die Qualifikationen der Kontrolleure der BaFin?

 

NWZ vom: 22.4.2009