Bad Bank

Der Begriff Bad Bank, zu deutsch „böse Bank“, lässt zunächst an nichts Gutes denken. Aber der Begriff täuscht. Bad Banks dienen angeschlagenen Banken dazu, angesammelte „Schrottpapiere“ auszulagern. Dies ist dringend erforderlich, soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Fangen wir von vorne an: Viele Banken haben in der Vergangenheit hoch riskante Wertpapiere erworben. Im Zuge starker Kursverfälle haben diese faulen Wertpapiere – auch Schrottpapiere genannt – vollständig an Wert verloren, wodurch sie nicht mehr veräußerbar sind. Den Banken bleibt im Zuge dessen nichts anderes übrig, als hohe Summen abzuschreiben. Abschreibungen auf Vermögenswerte schmälern aber das Eigenkapital der Banken und sie laufen Gefahr, ihre Kreditwürdigkeit zu verlieren. Denn ohne ein finanzielles Polster dürfen die Banken selbst keine Kredite mehr vergeben. Die dramatische Folge: Unternehmen und auch private Kreditnehmer können nicht ausreichend mit Krediten versorgt werden. Um dieses Fiasko zu verhindern hat die Regierung am 13. Mai ein Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung beschlossen. Jede Bank kann eine eigene Gesellschaft (Bad Bank) gründen, deren allei-niger Zweck es ist, die wertlos gewordenen Papiere aufzukaufen. Im Gegenzug erhält die Bank von der Zweckgesellschaft eine Anleihe über 90% des aktuellen Wertes der Papiere. Bis hierhin hat die Bank gewonnen. Sie erhält anstelle eines riskanten Wertpapiers nun ein „bombensicheres“. Denn die Anleihe ist eine risikofreie Forderung der Bank an die Zweckgesellschaft, die vom Soffin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung) garantiert wird. Solch eine ausfallsichere Forderung muss nicht mit Eigenkapital unterlegt werden. Das eingesparte Eigenkapital kann die Bank jetzt z. B. dazu nutzen, neue Kredite zu vergeben. Außerdem kann sie sich zusätzliche Liquidität beschaffen, indem sie die sicheren Papiere bei der Zentralbank als Pfand für Kredite hinterlegt. Jedoch gibt es die staatliche Garantie nicht zum „Nulltarif“. Neben einer Gebühr müssen die Banken u. a. auch einen Ausgleichsbeitrag an den Bankenrettungsfond zahlen.

 

NWZ vom: 3.6.2009