Big Data im Online-Handel

Um den Begriff etwas zu entmystifizieren: „Big Data“ sind große Datenmengen. So viele Daten, dass sie unser Vorstellungsvermögen überschreiten und sich nicht mehr konventionell analysieren lassen. Um die Daten auswerten zu können, werden Computerprogramme (u. a. Algorithmen) benötigt. Vereinfacht gesagt schlucken diese Programme die Daten und spucken verwertbare Informationen z. B. für Unternehmen aus.

Immer, wenn wir uns im Internet bewegen, hinterlassen wir Spuren bzw. Daten. Welche Seite haben wir von welchem Endgerät aus geöffnet? Welche Artikel/Güter/ Dienstleistungen haben wir uns angesehen, welche Artikel gekauft? Wir wissen nicht, welche Daten beim Surfen gespeichert werden – im Zweifel alle. Was machen zum Beispiel Online-Shops mit diesen Daten? Sie nutzen diese dazu, unser Einkaufsverhalten vorherzusagen, oder auch, um gezielt Werbung zu machen (targeting).

Die Analyse der Datenmengen kann somit helfen, Vorhersagen zu treffen. Ein weiterer Einsatzpunkt ist das Retouren­management. Hier wird versucht, Retouren mithilfe von Big Data vorherzusagen, um so eine bessere und schnellere Bearbeitung zu gewährleisten. In einem sich schnell bewegenden Markt können diese Daten helfen, Veränderungen just in time sichtbar zu machen und somit schneller darauf zu reagieren.

Aber was ist mit dem Kunden? Auf der einen Seite freut er sich vielleicht, dass zum Beispiel der Online-Shop auf seine Bedürfnisse eingeht. Auf der anderen Seite wird die Datenspeicherung auch als Eingriff in die Privatsphäre gewertet. Und auch Online-Shops selbst können in Fallen tappen, wenn sie beispielsweise Kundendaten auf Servern ablegen, auf denen die Daten nicht besonders sicher sind. Es gibt eine Vielzahl von Risiken, aber je mehr Verständnis für diese Prozesse vermittelt wird, umso mehr lassen sich die Chancen rund um „Big Data“ nutzen.