Hedge Fonds

Hedge Fonds prägen die Schlagzeilen der Zeitungen. Sie umgibt etwas Aufregendes, teils Mysteriöses. Das Geheimnis um diese Anlageform lässt sich aber einfach lüften: Ein Hedge Fond ist zunächst einmal einfach nur eine Form der Geldanlage, an der Kapitalanleger Anteile erwerben können. Fonds sind eine spezielle Anlageform, bei der durch Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageformen eine Risikoabsicherung angestrebt wird. Der Begriff Hedge Fond (engl.to hedge, „absichern“) ist insofern irreführend, als dass heute bei dieser Anlageklasse nicht mehr das Ziel der Absicherung („Hedgeing“) im Vordergrund steht.

Stattdessen streben Hedge Fonds Manager durch Verwendung zum Teil hochspekulativer Strategien eine rasche Vermehrung des eingesetzten Kapitals bzw. eine hohe Rendite an. Bei ihrem Vorgehen unterliegen sie bisher keinerlei Einschränkungen. Jedoch wird in der Öffentlichkeit mehr und mehr der Ruf nach verbindlichen Regelsystemen laut.

Während traditionelle Investmentfonds darauf setzen, dass die Kurse von Aktien steigen, spekuliert der Hedge-Fonds Manager auch auf fallende Kurse. Dieser sogenannte Leerverkauf läuft wie folgt ab: Die Finanzinvestoren leihen sich große Aktienpakete eines kriselnden Unternehmens, verkaufen diese und hoffen danach auf sinkende Kurse, um die Aktien billiger wieder zurückzukaufen. Oder aber es wird auf bestimmte Kursschwankungen zwischen Handelsplätzen gesetzt – Aktien werden in New York gekauft, um sie dann in Frankfurt mit geringem Aufschlag wieder zu verkaufen.

Kritisiert wird an den Hedge-Fonds, dass den Kapitalanlegern nichts an dem wirtschaftlichen Überleben der Firmen liegt. Andererseits wird der Anlageform zugute gehalten, dass riskante und von vielen gemiedene Kapitalmärkte mit Geld versorgt werden.

 

NWZ vom: 17.10.2007