ifo-Index

Im Geburtsjahr der Bundesrepublik Deutschland wird auch das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo Institut) gegründet. Und im olympischen Jahr 1972 wird das erste Mal der „ifo-Index“ veröffentlicht. Der ifo-Index ist einer der meistzitierten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Ent-wicklung in Deutschland. Aber was sagt der ifo-Index oder, genauer, der ifo-Geschäftsklima-Index eigentlich aus und wie setzt er sich zusammen? Grundlage des Index ist ein Fragebogen, in dem Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate erfassen und bewerten, z.B. ob sich die Nachfra-gesituation verbessert oder verschlechtert. Aus den Ergebnissen zur aktuellen Geschäftslage (dem „Geschäftsklima“) und zu den Erwartungen wird ein durchschnittliches Ergebnis gebildet, das in Indexpunkten gemessen wird. Als Maßstab dient der Indexwert im Januar 2000, der 100 Punkten entspricht. Im Februar dieses Jahres hat der ifo-Index, der monatlich veröffentlicht wird, mit 111 Punkten seinen absoluten Höchststand erreicht (zum Vergleich: 82 Punkte im März 2009). 111 Punkte im Februar 2011, das bedeutet, die Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage insgesamt als gut und haben positive Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Neben der Bewertung der aktuellen Situation findet der ifo-Index aber insbesondere Beachtung, wenn es um eine erwartete Richtungsänderung der wirtschaftlichen Entwicklung geht. Die sogenannte „Dreimal-Regel“ besagt, dass sich eine wirtschaftliche Trendwende abzeichnet, wenn sich der ifo-Index drei Monate hintereinander in die gleiche Richtung bewegt, also fällt oder steigt und somit einen wirtschaftlichen Abschwung oder Aufschwung ankündigt. Von Interesse ist eine Vorhersage der wirtschaftlichen Entwicklung für verschiedene Gruppen: Unternehmer lassen Informationen über die erwartete Entwicklung in ihre Investitionsentscheidungen einfließen, ebenso Anleger, die z.B. die Wahl zwischen einer Sparanlage und der Aktie eines Unternehmens haben. Und auch die  Verbraucher sind konsumfreudiger, wenn die wirtschaftlichen Aussichten gut sind. Abzuwarten bleibt der Einfluss der aktuellen Geschehnisse in Japan auf die Entwicklung des ifo-Index.

 

NWZ vom: 6.4.2011