Infrastruktur

Die Infrastruktur stellt den „Unterbau“ einer Volkswirtschaft dar, d.h. jedes Land benötigt grundlegende wirtschaftliche und organisatorische Strukturen. Sie sollen eine reibungslos funktionierende Volkswirtschaft sicherstellen und damit Wachstum und Wohlstand und eine nachhaltige Lebensqualität fördern.

Zur Infrastruktur eines Landes oder einer Region werden sechs grundlegende Bereiche gezählt. Dazu gehören neben dem Verkehrswesen die Energie- und Wasserversorgung, die Information und Kommunikation, Kultur und Freizeit, die Verwaltung, das Gesundheits- und Sozialwesen und der Bildungsbereich. Zur Infrastruktur eines Landes gehören also z.B. Strom- und Wasserleitungen ebenso wie die Versorgung mit Internetzugängen, ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr, Museen und Theater oder die Gemeindeverwaltung. Auch Krankenhäuser und Schulen sind Bestandteil der Infrastruktur.

Ist die Infrastruktur für den Einzelnen vor allem bezüglich seiner eigenen Lebensqualität von Bedeutung („Wie lange benötige ich, um meinen Arbeitsplatz zu erreichen?“), spielt sie naturgemäß auch gesamtwirtschaftlich eine zentrale Rolle.

So ist z.B. die Bildung auch eine wichtige Ressource für die Erhaltung nationaler und internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Die Ressource „Bildung“ steht aber in Zukunft gesamtwirtschaftlich nur zur Verfügung, wenn es heute eine entsprechende Infrastruktur im Bildungssystem gibt, die zu vergleichsweise gut ausgebildeten Schulabgängern führt. D.h. eine gute Infrastruktur wirkt sich auf die Attraktivität eines Wirtschaftstandortes aus. Allerdings ist die Entwicklung der Infrastruktur auch eine langfristige Aufgabe, die in die Interessen vieler Bürger und Unternehmen eingreift und auch sehr unterschiedliche Interessen berührt, die zum Teil jahrzehntelange Planungs- und Entscheidungsverfahren nötig machen und auf viele Entwicklungen lähmend wirken können.

Da Investitionen in die Infrastruktur zumeist ein sehr großes Volumen haben (dieses Jahr werden vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 3,9 Mrd. in die Schieneninfrastruktur investiert) werden sie in der Regel vom Staat übernommen.

 

NWZ vom: 9.8.2011