Inlandsprodukt

Meldungen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) hören sich oft fast so ernst und bedeutungsvoll wie Kriegsmeldungen an. Man spricht z. B. davon, dass das BIP gestiegen oder gefallen sei, dass Deutschland das Land mit dem niedrigsten Wachstum sei, die Staatsverschuldung nicht abgebaut werden könne oder dass ohne eine Steigerung des BIP keine Verringerung der Arbeitslosigkeit möglich sei.Aber was ist das BIP? So wie ein Unternehmen am Ende eines Jahres wissen will, was das Geschäftsjahr gebracht hat und zu diesem Zweck eine Bilanz erstellt, so gilt dies auch für eine Volkswirtschaft. Es ist zu erforschen, was von allen Beschäftigten eines Landes in einem Jahr an Werten erwirtschaftet wurde. Man kann sagen, dass das BIP die Gesamtheit aller in einem Jahr im Inland erzeugten Endprodukte (ohne Zwischenprodukte) darstellt. Aus der Entwicklung des BIP können Rückschlüsse über die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft gezogen werden. Man kann verschiedene Jahre und Länder miteinander vergleichen, es ist aber z. B. auch möglich, die Entwicklung des privaten Konsums, der Investitionstätigkeiten, der Löhne und Gewinne oder das Verhältnis von Im- und Export zu untersuchen. Die Ergebnisse sind damit eine wichtige Informationsgrundlage für Politiker, Verbände, Forschungsinstitute, internationale Organisationen, aber auch insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger.