Private Equity

„Heuschrecken“ nannte Arbeits- und Sozialminister Müntefering Private Equity Fonds im letzten Wahlkampf. Wer aber sind diese „Heuschrecken“? Private Equity (aus dem Englischen wörtlich übersetzt „privates Beteiligungskapital“) ist ein Geschäftsmodell, bei dem Finanzanlage-Firmen unterbewertete Unternehmen, die nicht börsennotiert sind (deshalb „private“) übernehmen, umbauen und wiederverkaufen. Das hierzu nötige Eigenkapital beschaffen sie sich von Investoren, die ihr Geld in einen für diesen Zweck gegründeten gemeinsamen Topf bzw. Fond einzahlen, um zu einem späteren Zeitpunkt von dem wirtschaftlichen Erfolg zu profitieren. Zusätzlich werden aber bis zu zwei Drittel des Erwerbs über Bankkredite finanziert.

Häufig ist die Restrukturierung in wenigen Jahren abgeschlossen. In dieser Zeit „trimmen“ die neuen Gesellschafter die erworbenen Unternehmen regelrecht auf hohe Gewinne, sei es durch Sparrunden, Zerschlagung der Gesamtunternehmung in einzelne Teile, Abstoßen von Randgeschäften oder Investition in moderne Technologien. Sind die Unternehmensziele erreicht, so scheiden die Gesellschafter wieder aus. Dies kann durch einen Börsengang geschehen oder durch einen Weiterverkauf an einen Investor.

Positiv an diesem Vorgehen ist, dass Unternehmen in kurzer Zeit umgebaut werden und für den Wettbewerb flott gemacht werden. Aus eigener Kraft schaffen viele Unternehmen solch eine Neuorientierung nicht. Im Idealfall ist ein Private-Equity Geschäft eine freundliche (nicht feindliche) Übernahme, bei der das Management beteiligt wird. Negativ gesehen wird, dass in der kurzen Zeit der Restrukturierung großer Druck auf die Mitarbeiter und die Firmenleitung ausgeübt wird und dass die Profitmaximierung, nicht die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens im Vordergrund steht.