Aktuelle Meldungen

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2019

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05.12.2019

AG BFN Tagung zur Beruflichen Orientierung in Münster

Am 25. und 26. November 2019 fand an der WWU Münster die Tagung „Entwicklungen und Perspektiven in der Berufsorientierung - Stand und Herausforderungen“ statt, welche von der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) ausgerichtet wurde.

Das AG BFN-Forum widmete sich verschiedener Handlungs- und Forschungsfelder von Berufsorientierung, in denen Berufswahl als lebenslange Laufbahngestaltung verstanden wird. Die Berufliche Orientierung erfordert die Einbindung unterschiedlicher Institutionen und Akteur*innen der allgemeinen und beruflichen Bildung. Im Fokus standen dabei die Diagnostik in der Berufsorientierung, die berufliche Entwicklung über die Lebensspanne und die Förderung erfolgreicher Laufbahnen, Konzepte domänenspezifischer Beruflicher Orientierung sowie die Akteur*innen in der Berufsorientierung.

Auch Mitarbeiter*innen aus dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) konnten im Rahmen der Tagung ein neues Projekt vorstellen, das sich mit der selbständigen Erwerbsarbeit im Rahmen der Beruflichen Orientierung befasst und von der Hermann-Leverenz-Stiftung finanziert wird. Ziel des Projektes ist es, die Auseinandersetzung mit selbständiger Erwerbsarbeit im Rahmen der Beruflichen Orientierung zu stärken, wobei auch die fachdidaktischen Schnittstellen zur ökonomischen Bildung beleuchtet werden sollen. Hierfür werden u. a. verschiedene Unterrichtsmaterialien sowie Lehrerhandreichungen konzipiert, die in der Schulpraxis evaluiert werden sollen. Die schulpraktische Umsetzung findet an gymnasialen Schulformen in Bremen statt. Da selbständige Erwerbsformen im Rahmen der schulischen Beruflichen Orientierung bisher eine untergeordnete Rolle spielen, soll mithilfe des Projektes ein Reflexionsprozess gefördert werden, der die Selbständigkeit als mögliche Anschlussalternative bzw. als berufliche Option befördert.  

Weiterführende Informationen über das AG BFN-Forum in Münster erhalten Sie hier.

03.12.2019

Energiebildung und Berufe im Nordwesten

Das Onlineportal https://www.perspektiven-im-nordwesten.de/, das im Auftrag des regionalen Fachkräftebündnisses Nordwest entwickelt wurde, unterstützt die Anbahnung und Gestaltung von Praxiskontakten zur Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler in der Energiebranche. Hierfür wurde eine interaktive Karte mit regionalen Unternehmen in der Energiebranche im Nordwesten entwickelt, die die Angebote für Schulen und ihre Schülerinnen und Schüler ausweist.

Die Karte soll zukünftig um weitere Unternehmen angereichert werden. Wenn Sie sich als Unternehmer hierzu angesprochen fühlen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf (Mail: info@perspektiven-im-nordwesten.de)

02.12.2019

Bündnis Ökonomische Bildung gegründet

Ökonomische Bildung muss an deutschen Schulen einen höheren Stellenwert erhalten. Aus diesem Grund hat sich am Freitag das Bündnis Ökonomische Bildung (BÖB) Deutschland in Berlin gegründet. Zu den über 50 Initiatoren zählen unter anderem das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) sowie der wigy e. V.

Die Initiatoren des Bündnisses sehen es als ihre Aufgabe an, die Stärkung der ökonomischen Bildung auf allen Ebenen voranzutreiben. Im Zentrum stehen müsse dabei eine objektive und fundierte Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge, um den Heranwachsenden einen aufgeklärten und reflektierten Umgang mit Wirtschaftsthemen zu ermöglichen, damit sie ihr Leben verantwortungsvoll und eigenständig gestalten können.

Zahlreiche Studien belegen, dass ökonomische Kenntnisse in weiten Teilen der Bevölkerung nicht vorhanden oder nur mangelhaft ausgeprägt sind. Die Schulen greifen bis dato diesen Mangel aber nur sehr begrenzt auf. „Ökonomische Bildung ist im deutschen allgemeinbildenden Schulsystem bisher sehr heterogen verankert und kommt zum Teil nur in homöopathischer Dosis vor. Viele Jugendliche verlassen die Schule heute ohne eine ökonomische Grundbildung“, sagte Prof. Dr. Dirk Loerwald, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg (IÖB).

Vor diesem Hintergrund bestehe dringender Handlungsbedarf. „Nur wer über Grundkenntnisse ökonomischer Zusammenhänge verfügt, kann selbstbestimmte und vorausschauende wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Fehlende ökonomische Kenntnisse gefährden nicht nur die individuellen Zukunftsperspektiven vieler Bürger, sondern auch unsere soziale Marktwirtschaft insgesamt“, erklärte Prof. Dr. Malcolm Schauf, Präsident des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb), Mitinitiator des Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland.

Ziel der Initiative ist es, ökonomische Bildung an weiterführenden Schulen verpflichtend in die Lehrpläne zu integrieren und die fachbezogene Qualifizierung der Lehrkräfte zu verbessern. Zudem wird das Bündnis auf eine stärkere Vernetzung aller relevanten Akteure der ökonomischen Bildung hinarbeiten. Als Grundlage des Bündnisses wurden Eckpunkte verfasst, die die wichtigsten Kernaussagen zusammenfassen und erläutern. Unter anderem sind dies:

  1. Ökonomische Bildung muss für alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland in hinreichendem Umfang und verpflichtend im Schulunterricht verankert werden.
  2. Wirtschaftslehrkräfte müssen fachwissenschaftlich und wirtschaftsdidaktisch qualifiziert sein.
  3. Schülerinnen und Schüler sollen Bezüge zur Arbeitswelt erleben können.
  4. Deutschland braucht eine nationale Strategie für ökonomische Bildung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage.

26.11.2019

wigy Forum 2019: Der Abstand schärft den Blick: Der Klimawandel von oben betrachtet

Noch nie hat der Klimawandel und damit auch der Klimaschutz Menschen in der Bundesrepublik und auf der ganzen Welt so bewegt wie heute. In diesem Zuge hat der wigy e. V. zum diesjährigen wigy Forum mit dem Thema „Der Abstand schärft den Blick: Der Klimawandel von oben betrachtet“ geladen. Mit dem Astronauten der European Space Agency (ESA) Thomas Reiter und spannenden Bildungsprojekten aus dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) ging es hoch hinaus.

„Es heißt nicht mehr ‚Houston, we have a problem‘, sondern viel mehr ‚Dear world, we have a problem‘, verdeutlichte Hilger Koenig, Vorstandsmitglied der OLB und des wigy e. V. Auch für Unternehmen rücken nachhaltige und klimafreundliche Lösungen immer weiter in den Vordergrund: „Jeder Einzelne kann etwas dafür tun, so auch das Unternehmen.“

Wie Wirtschaftsbildung integrativ mit Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ethik zu verknüpfen ist, zeigten Professor Dirk Loerwald, wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des IÖB, und Gwen Schreiber, wissenschaftliche Mitarbeiterin im IÖB, mit ihrem Projekt Wirtschafts.Forscher!. Rebecca Lembke, Bereichsleiterin Schulpraxis und Unterrichtsforschung im IÖB, und Professor Hans Kaminski stellten die innovativen Online-Plattformen www.perspektiven-im-nordwesten.de und www.wirtschaftundenergie.de vor. Beide Portale fokussieren die Energiebranche in der Region Nordwest mit unterschiedlichen schulischen Angeboten.

Anschließend ging es ins All! In nur 90 Minuten um die Welt – das ist als Astronaut auf einer Raumstation möglich. Viel Zeit für das Betrachten der Sonnenauf- und untergänge habe man aber nicht, erklärte Reiter. In Zusammenarbeit mit den 22 Mitgliedstaaten der European Space Agency und vielen weiteren Ländern weltweit werden auf der ISS vielfältige Experimente durchgeführt und medizinische Prozesse erforscht.

Als eine „schillernde, dünne Glaskugel“ beschrieb Reiter die Zerbrechlichkeit unserer Atmosphäre. Die Bedeutung des Klimaschutzes drängt sich insbesondere durch den Abstand und den sich dadurch schärfenden Blick umso mehr auf. „Man erhält einen Blick, wie verletzlich unser Planet ist“, führte Reiter fort. Allein in der Umlaufbahn der Erde sind rund 16 000 katalogisierte Teile als Weltraummüll verzeichnet. Die Größe der Objekte reicht von einigen Metern bis hin zu Teilchen im Millimeter-Bereich. Schon Kleinstteile können durch ihre hohe Geschwindigkeit immense Schäden an Satelliten oder der Raumstation und ihren sensiblen Messgeräten verursachen. Die Anzahl der Ausweichmanöver steige, so Reiter.

Auch im Weltall wird ressourcenschonend gehandelt. Rund 70 % des verbrauchten Wassers kann regeneriert werden, weiteres Einsparpotenzial wird jederzeit geprüft und zeitnah umgesetzt. Doch nicht nur das Klima bereitet Reiter Sorgen. Neben Waldbränden könne man auch durchgeführte Militärmanöver aufgrund der heraufsteigenden Rauchsäulen deutlich erkennen.

Abschließend mahnte Reiter, alles daran zu setzen, „diesen wunderschönen Planeten zu erhalten und zu schützen“. Die Probleme ließen sich nur gemeinsam lösen.

Mit der von Jacqueline Kleemann, Leiterin der Geschäftsstelle wigy e. V., moderierten und dieses Jahr von der Band „120 Dezibel“ des Herbartgymnasiums Oldenburg musikalisch begleiteten Veranstaltung rückt der wigy e. V. alljährlich Themen in den Vordergrund, die im Wirtschaftsunterricht an allgemein bildenden Schulen eine zunehmende Bedeutung erlangen. Der Verein setzt sich seit über 25 Jahren für ökonomische Bildung an Schulen ein und ist mit der bundesweit größten Online-Datenbank für Unterrichtsmaterialien Anlaufstelle für ca. 900 Lehrkräfte sowie Schulen im Bereich der Wirtschaftsbildung an allgemein bildenden Schulen.

1. Foto v. l.: Prof. Dirk Loerwald (IÖB), Jacqueline Kleemann (wigy), Dr. Margareta Brauer-Schröder (Vorstand wigy), Prof. Hans Kaminski, Dr. Werner Brinker (Vorstand wigy), Uta Jack (Vorstand wigy), Dr. Jörg Bleckmann, Hilger Koenig (Vorstand wigy), Thomas Reiter (ESA-Astronaut)

Fotos: Tobias Frick