2015

10.07.2015

Neue Ausgabe der Zeitschrift für ökonomische Bildung (ZföB) erschienen

Eine neue Ausgabe der Zeitschrift für ökonomische Bildung (ZföB) ist erschienen. Das referierte Online-Journal für Forschungsarbeiten im Bereich der ökonomischen Bildung richtet sich an Wissenschaftler und interessierte Lehrkräfte. Es wird vom Zentrum für ökonomische Bildung (ZöBiS) der Universität Siegen und dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) Oldenburg gemeinsam herausgegeben.

In der 3. Ausgabe beschäftigen sich Christiane Schopf und Andrea Zwischenbrugger mit der Frage, was verständliche Erklärungen im Wirtschaftsunterricht ausmachen. Rebecca Stabbert und Rudolf Schröder analysieren die „Veränderungen des Gymnasiums und deren Bedeutung für die Berufs- und Studienorientierung“. Unter dem Titel „Inwieweit nehmen Gymnasiasten Rahmenbedingungen in ihre Entscheidung bei der Berufs- und Studienwahl auf?“ untersuchen Michael Schuhen und Susanne Schürkmann Aspekte der Studien- und Berufsorientierung bei Schülerinnen und Schülern am Gymnasium. Aus einer Lehrkräfte-Befragung zu subjektiven Einschätzungen des eigenen Kenntnisstandes über energiebezogene Themen sowie Möglichkeiten der curricularen Anknüpfung der Energiethematik im Unterricht gewinnen Michael Koch, Christina Schnell und Simone Malz Impulse für die Konstruktion notwendiger Lehrerqualifizierungen.

Die ZföB ist für Beiträge internationaler Wissenschaftler offen. Einen Länderbericht „Renewing the Dutch economics syllabus for higher secondary education“ liefert Menno Rol. Dieter Peters rezensiert das Werk “Bildung zur Sozialen Marktwirtschaft”, herausgegeben von Christian Müller, Hans Jürgen Schlösser, Michael Schuhen und Andreas Liening.

Herausgeber der ZföB sind Prof. Dr. Hans-Jürgen Schlösser (ZöBiS) und Prof. Dr. Hans Kaminski (IÖB). Alle Informationen zu den Ausgaben, aktuellen Calls, dem Editorial Board und den Auflagen für Autoren erhalten Sie auf der Homepage. Ebenso können dort alle Aufsätze der aktuellen Ausgabe downgeloaded werden.

Zum Download ZföB: http://www.zfoeb.de/

 

08.07.2015

TTIP im Unterricht – Lehrerfortbildung des VÖBAS e. V. am 8. September

Der Verband ökonomische Bildung an allgemein bildenden Schulen – VÖBAS e.V. bietet Lehrkräften am 8. September 2015 von 16.00 bis 18.00 Uhr in der Universität Oldenburg eine Fortbildung zum Thema TTIP an. Genauere Informationen über Inhalte, Referenten und Ablauf finden sich auf www.voebas.de

07.07.2015

Studie: Wo Deutschland in Sachen Berufsorientierung steht

In allen Bundesländern gibt es umfangreiche Reformen zur Berufsorientierung in der Se-kundarstufe I – ein Hinweis darauf, dass die Berufsorientierung als ein relevanter Bildungsauftrag der Schulen anerkannt ist.  In den Gymnasien wird die Berufsorientierung seltener reformiert und die Reformen fallen geringer aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine  Studie des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB)  im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel „Reformen zur Berufsorientierung auf Bundes- und Landesebene im Zeitraum 2004-2015“.

Eine vergleichende Darstellung der Berufsorientierung in den Bundesländern zeigt auf, dass kaum eine gemeinsame Linie zwischen den Ländern zu erkennen ist. Dies betrifft z. B. den Umfang und die Ausgestaltung der Praxiskontakte, die Definition eines Ankerfaches oder die Durchführung von Potenzialanalysen.

Aus den Ergebnissen werden zehn Thesen abgeleitet mit dem Ziel, die Effektivität der eingesetzten Mittel zum Wohl der Schülerinnen und Schüler zu steigern. In These 1 wird z. B. dafür plädiert, die Einheitlichkeit zwischen den Bundesländern zu stärken. Denn die kulturförderale Heteregonität bringt das Problem mit sich, dass bundesweite Programme nicht passgenau in schulische Berufsorientierungskonzepte eingebunden werden können. Weitere Thesen beziehen sich auf die  Verankerung der Be-rufsorientierung im Unterricht und in der Schulorganisation, die Vernetzung der Akteure, die Schaffung langfristiger und damit für die schulischen Berufsorientierungskonzepte berechenbarer Förderstrukturen. Eine besondere Bedeutung wird außerdem der Qualifikation der Lehrkräfte, aber auch der anderen  Akteure im Feld zugemessen.

Die Studie wurde von Prof. Dr. Rudolf Schröder, Inhaber der Professur für Ökonomische Bildung mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg durchgeführt. Schröder leitet im An-Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) die Abteilung Berufsorientierung. Mitgewirkt haben weiterhin Rebecca Stabbert, Beate Faulborn, Insa Gerjets, Jonas Grüner und Jonas Witthoeft.

Das vollständige Dokument kann unter folgendem Link kostenlos downgeloaded werden:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/reformen-zur-berufsorientierung-auf-bundes-und-landesebene-im-zeitraum-2004-2015/?et_rp=1&et_rp=1

Informationen zur Arbeit des Instituts für Ökonomische Bildung im Bereich der Berufs- und Studienorientierung finden sich unter:
http://www.ioeb.de/berufsorientierung

 

26.06.2015

"Wenn wir uns nur auf moralische Appelle verlassen, sind wir verlassen": Gartenvorlesung von IÖB und wigy im ausgebuchten Zelt

Eine rege Diskussion rund um das Thema Moral in Arbeitsbeziehungen entfaltete sich bei der Gartenvorlesung von IÖB und wigy am vergangenen Donnerstag nach einem Impulsreferat von Prof. Dr. Dirk Loerwald. Der Lehrstuhlinhaber für Ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg referierte bei sommerlichem Wetter im offenen Zelt vor ca. 150 Gästen zum Thema „Alle für einen oder einer für alle? Zur Rolle der Ethik in der Arbeitswelt“. Loerwald betonte, dass der Arbeitsmarkt zwar durch Angebot- und Nachfragestrukturen sowie Löhne als „Preise“ mit ande-ren Märkten vergleichbar sei, durch die „Ware“ Mensch, staatliche Regulierungen, Tarifverhandlungen und Informationsprobleme zwischen Arbeitgeber und Arbeit-nehmer aber seine Besonderheiten habe. Von Unternehmern werde erwartet, dass sie neben der ökonomischen auch ökologische und soziale Verantwortung übernehmen. Von Arbeitnehmern werde wiederum gewünscht, dass sie nicht nur "Dienst nach Vorschrift" machen, sondern sich, wo möglich, für die ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele des Unternehmens einsetzen, so Loerwald. „Wenn wir uns nur auf moralische Appelle verlassen, sind wir verlassen. Wir müssen auch die Spielregeln gestalten“, erklärte Loerwald die wirtschaftsethische Sicht auf die Moral in der Wirtschaft. Die rein individualethische Sichtweise „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ dominiere auch den Wirtschaftsunterricht, bemängelte Prof. Dr. Hans Kaminski in der anschließenden Diskussion. Eine geeignete Rahmenordnung zur Durchsetzung moralischer Standards sei danebenzustellen. Allerdings gehöre dazu auch die Frage: „Wie findet man den richtigen Grad zwischen Regelung und dem marktwirtschaftlichen Prinzip der Freiheit?“, so Kaminski.

„Ich warne davor, dass immer neue Gesetze gemacht werden“, bemerkte Thomas Lemke. „Wir müssen stattdessen dafür sorgen, dass die bestehenden Gesetze richtig umgesetzt werden, so der Fachanwalt für Arbeitsrecht. Ent-scheidende ethische Grundhaltung im betrieblichen Miteinander sei für ihn der Anstand. „Der Unternehmer sollte seine Arbeitnehmer mit Anstand behandeln, dann kriegt er das auch zurück“, so Lemke. Kritische  Töne zum Umgang von Unternehmen mit ihren Mitarbeitern in der Bauwirtschaft und Gebäudereinigung kamen von Hans-Otto Rohde, Vorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Bezirksverband Nordwest-Niedersachsen. Er nannte als Beispiele die Aushöhlung von Lohnerhöhungen durch Mehrarbeit in der Gebäudereinigung oder menschenunwürdige Behausungen für Bauarbeiter. „Ethik ist da ganz weit weg“, so Rohde. Dass unternehmerisches Gewinnstreben und moralische Verantwortung für die Mitarbeiter nicht im Widerspruch stehen müssen, zeigte Robert Jabin, Personalreferent und Corporate Happiness Trainer beim Hotelbetreiber Upstalsboom. Der „Upstalsboom-Weg“ sei, die Mitarbeiter aktiv ins Geschehen einzubinden und die persönlichen Potentiale jedes einzelnen Mitarbeiters zur Entfaltung zu bringen“, erklärte Jabin. Seit 2010 habe Upstalsboom mit dieser neuen Unternehmenskultur den Umsatz mehr als verdoppelt und den Krankenstand deutlich gesenkt.

Die verschiedenen  Sichtweisen auf das Thema wurden bei Bratwurst und Bier noch lange weiter diskutiert.

Die nächste Gartenvorlesung findet im Sommer 2016 statt.

Hintergrund
Für das Veranstaltungsformat „1x1 der Wirtschaft“ wurden IÖB und wigy im Jahre 2009 als „Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Besondere Beachtung fand die Grundidee, aktuelle gesellschafts- und wirtschaftspolitische Diskurse aufzugreifen, um wirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln, die für das Verständnis jedwe-der Debatten bedeutsam sind. Kooperationspartner ist von Beginn an die Nordwest-Zeitung, die neben den Coupons und Hintergründen zur Veranstaltung auch ein Glossarium veröffentlicht. Es umfasst wirtschaftliche Grundbegriffe, die von Prof. Dr. Hans Kaminski einfach und kurz erläutert werden.

Das Video zur aktuellen Veranstaltung findet sich auf www.ioeb.de und www.wigy.de

 

 

 

 

 

 


Foto links: v.l. Hans-Otto Rohde (Vorsitzender IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Bezirksverband Nordwest-Niedersachsen, Mitglied der Tarifkommission), Thomas Lemke (Fachanwalt für Arbeitsrecht, Sozietät Kramer – Lemke – Wilken), Prof. Dr. Dirk Loerwald (Inhaber des Lehrstuhls für Ökonomische Bildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Stellvertretender Leiter IÖB), Prof. Dr. Hans Kaminski (Leiter Institut für Ökonomische Bildung (IÖB)), Robert Jabin (Personalreferent & Corporate Happiness Trainer, Upstalsboom), Michael Koch, Leiter Projektmanagement IÖB

Foto rechts: Michael Koch moderiert die Diskussion nach dem Impulsvortrag von Prof. Dr. Dirk Loerwald

Prof. Dr. Dirk Loerwald beim Impulsreferat, Prof. Dr. Hans Kaminski in der Diskussion

Foto rechts: Eine der Tafeln aus dem Impulsreferat (Foto IÖB)

Informationen zu vergangenen Veranstaltungen:
http://www.ioeb.de/1x1derwirtschaft

Veranstaltungsfotos: IÖB/wigy / Markus Hibbeler