2015

12.03.2015

Projekt „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher“: Zweites Projekttreffen in Oldenburg

Das Projekt „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher“ rückt das "Forschende Lernen" auf dem Gebiet ökonomischer Fragestellungen unter Einschluss der Frage nach Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit des Wirtschaftens  in das Zentrum und wird das Thema Wirtschaft und Werte für die Sekundarstufe I an allgemeinbildender Schule herausarbeiten und für Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen in verschiedenen Formaten aufbereiten.

Das gemeinsame Projekt des Centrums für angewandte Politikforschung an der LMU München (CAP), der PwC-Stiftung und des Instituts für ökonomische Bildung an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg (IÖB) umfasst neben der Entwicklung und Erprobung von Unterrichtsmaterialien und Workshops an Projektschulen begleitende Lehrerfortbildungen in Bayern, Hessen und Niedersachsen. Hinzu kommen  Veranstaltungsformate, die Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammenbringen wollen, um über Wirtschaft und Werte und ihre Bedeutung für die ökonomische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu diskutieren.

Bei einem zweiten Projekttreffen Anfang März in Oldenburg knüpften die Beteiligten an das erste konstruktive Projekttreffen im Februar in München an und konkretisierten ihre konzeptionellen Überlegungen.

Projekttreffen im IÖB

von links unten: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Kaminski (IÖB), Michael Bauer, Eva Feldmann-Wojtachnia (beide CAP), Andrea Lachnit (PwC-Stiftung), Dr. Barbara Tham, Raphael von Müller (beide CAP), Vera Kirchner (IÖB), Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Weidenfeld (CAP, rechts unten)

Reihe oben, von links: Prof. Dr. Dirk Loerwald, Michael Koch, Stephan Friebel (alle IÖB)

26.02.2015

Institut für Ökonomische Bildung entwickelt mit Jugendlichen aus drei Ländern internationale Schülerfirmen

Schülerinnen und Schüler aus Bulgarien und Polen sind zusammen mit Jugendlichen der Oberschule Osternburg für eine Woche zu Gast beim Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) und der Carl von Ossietzky Universität. Die insgesamt sechsunddreißig Schüler und zehn Lehrkräfte treffen sich vom 23. bis 27. Februar in Oldenburg, um Konzepte für internationale Schülerfirmen an ihren Schulen zu entwickeln. „International und unternehmerisch denken“ – das möchten wir den jungen Menschen mitgeben, so Projektleiterin Sandra Hänke.

Hintergrund ist ein EU Projekt des IÖB mit dem Projekttitel WIN² („Wirtschaftsunterricht international und handlungsorientiert gestalten“). In drei Jahren sollen an jeweils zwei bulgarischen und polnischen Schulen sowie an der Oberschule Osternburg Schülerfirmen mit internationaler Komponente entstehen. Ziel sei es, nach drei Jahren ein internetgestütztes Lehr- und Lernkonzept zum Thema „Wirtschaftsunterricht und Schülerfirmen“ anbieten zu können, um das Projekt auf eine nachhaltige Basis zu stellen, erläuterte Hänke. „Die Ergebnisse solch herausragender Projekte nutzen wir zweifach: Sie fließen in die Lehrerausbildung an der Universität ein als auch in die Weiterbildungsangebote des An-Instituts IÖB für Lehrkräfte, die bereits im Beruf sind,“ so Prof. Dr. Rudolf Schröder, Sprecher des Instituts für Ökonomische Bildung IfÖB an der Carl von Ossietzky Universität. Die Universität ist neben den beteiligten Schulen sowie polnischen und bulgarischen Bildungseinrichtungen ein Projektpartner. Schröder, der einen Lehrstuhl für Ökonomische Bildung mit Schwerpunkt Berufsorientierung innehat, möchte mit dem Projekt auch die berufliche Mobilität Jugendlicher fördern: „Internationale Projekte wie WIN² können Beiträge leisten, den Blick der Schülerinnen und Schüler für den europäischen Arbeitsmarkt zu öffnen.“

Wirtschaftslehrer Lutz Hofmann, der zusammen mit Jan Hendrik Müller von der Oberschule Osternburg an WIN² teilnimmt, zeigte sich begeistert: „In dem Projekt wird nicht nur unternehmerisches Denken mit dem Schulfach Wirtschaft verknüpft. Internationales unternehmerisches Handeln wird integriert und im Rahmen von Schülerfirmen auch gelebt. Unsere Schüler erweitern ihre Perspektive und ihr Denken“, so Hofmann.

Am ersten Tag lernten sich die Teilnehmer in der Oberschule Osternburg gegenseitig kennen. Die Jugendlichen hatten bereits Vorträge vorbereitet: „Mein Land, mein Ort, meine Schule und wir“. Danach nahmen sie am Wirtschaftsunterricht in Osternburg teil. In der KGS Rastede konnten sich die jungen Gründer ein Bild von den dortigen, bereits mehrfach ausgezeichneten Schülerfirmen machen. Seit Mittwoch steht in Workshops in der Uni Oldenburg die Gründung eigener Schülerfirmen auf dem Programm. Eine Betriebserkundung des Großhandels- und Dienstleitungsunternehmens BÄKO (Bäckerei- und Konditoreibedarf) soll helfen, Fragen zu beantworten wie: Welche Rechtsform bietet welche Vorteile? Wie gestaltet man eine Aufbau- und Ablauforganisation? Freizeitaktivitäten wie Grünkohlessen und Stadterkundung runden das Programm ab.

„Logistisch und organisatorisch ist das für uns schon eine große Herausforderung“, sagte Izabela Bieda lachend. Die aus Polen stammende wissenschaftliche Mitarbeiterin des IÖB begleitet die Gäste in dem genauestens durchgeplanten Programm. „Wenn drei Sprachen gleichzeitig gesprochen werden, muss man immer mal wieder innehalten und alle auf einen Nenner bringen“, so Bieda. „Aber alles in allem macht uns die Woche mit den hochmotivierten Lehrern und Schülern einfach nur großen Spaß.“

Kontakt: Sandra Hänke
Tel.: +49/441-361303-32, haenke@ioeb.de

Hintergrund zum EU Projekt Erasmus+ WIN² in Stichworten:

Laufzeit: Oktober 2014- Sep. 2017

Beteiligte Schulen:

  •     Deutschland: Oberschule Osternburg, Oldenburg
  •     Bulgarien: Handelsgymnasium Varna und Hristo Botev Schule Nikoalevka
  •     Polen: Gymnasium nr 3 in Biała Podlaska und Lyceum Zespół Szkół Ogólnokształcących nr 2 im. Adama Mickiewicza Biała Podlaska

Gesamtkoordination: Institut für Ökonomische Bildung gemeinnützige GmbH (IÖB)

Bildungsorganisationen, die neben den Schulen als Projektpartner beteiligt sind:

  •     das Institut für Ökonomische Bildung IfÖB, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  •     die polnische Fortbildungseinrichtung RECTUS RODN,
  •     die bulgarische Freie Universität Varna und die Startup Initiative „Start it Smart“

Prozessbegleitende Evaluation der schulcurricularen Implementierungsschritte: Wirtschaftsuniversität Wien

Foto o. links:
v.r. Lutz Hofmann, Prof. Dr. Rudolf Schröder und Sandra Hänke mit Schülerinnen und Schülern im Projekt WIN²

Foto o. rechts:
v.l. Robert Beil und Kassem Fakhro von der Oberschule Osternburg wollen eine Gründungsidee zum Thema "Wiederverkaufen und -verwerten" umsetzen

Foto unten: Gruppenfoto Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften

Fotos: IÖB

18.02.2015

Broschüre „Durchstarter“ weist Haupt- und Realschülern den Weg zu Ausbildungsplätzen

Die Wirtschaftsjunioren bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) haben zum dritten Mal eine Broschüre veröffentlicht, in der regionale Unternehmen um Haupt- und Realschüler werben. „Durchstarter“ haben die Wirtschaftsjunioren in Zusammenarbeit mit dem wigy e. V. erstellt, der sich für ökonomische Bildung an allgemeinbildenden Schulen einsetzt.

In der Broschüre erfahren die Schüler, welche Unternehmen speziell an Haupt- und Realschülern Interesse haben. Sie enthält konkrete Informationen, z. B. zu den Aufgaben der Unternehmen, Anzahl der Mitarbeiter, angebotene Ausbildungsberufe etc. Eine Besonderheit: In der Broschüre stehen überwiegend Auszubildende der Unternehmen als Ansprechpartner für die Bewerber bereit. Damit soll die Hemmschwelle für Schüler gesenkt werden.

Die Broschüre kann direkt unter www.wigy.de runtergeladen oder kostenlos angefordert werden (info@wigy.de).

Ein Video-Stream des Senders oeins kann hier eingesehen werden: Link zum Video-Stream

10.02.2015

Institut für Ökonomische Bildung kooperiert mit der Wirtschaftsuniversität Wien

Das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) stellt sich im internationalen Wissenschaftssystem durch gemeinsame Projekte und Forschungsarbeiten mit der Wirtschaftsuniversität Wien stärker auf. Grundlage ist eine Kooperationsvereinbarung, die Institutsdirektor Prof. Dr. Hans Kaminski und Prof. Dr. Josef Aff, Leiter des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien, zusammen mit dem IÖB-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Werner Brinker in Oldenburg unterzeichnet haben. Den Rahmen bildete ein gemeinsamer „Kongress zur ökonomischen Bildung und Wirtschaftsdidaktik“ vom 9. bis 10. Februar in Oldenburg.

„Als Forschungsinstitut müssen wir uns laufend fragen, ob unsere Methoden und Konzepte anschlussfähig an den internationalen Stand sind. Mit der Wirtschaftsuniversität Wien haben wir im Bereich der ökonomischen Bildung eines der forschungsstärksten Institute in Europa als Partner gewonnen“, erklärte Kaminski anlässlich der Unterzeichnung. „Für Oldenburg sind solche Wissenschaftskooperationen mit Forschungseinrichtungen des Auslands existentiell, um die Attraktivität als Universitätsstandort zu steigern“, betonte Dr. Werner Brinker. „Viele Fragen stellen sich Wiener und Oldenburger Wirtschaftsdidaktiker gleichermaßen, sie sind nicht auf das nationale Schulsystem beschränkt“, erklärte Bildungsexperte Kaminski, z. B.: „Wie lässt sich die Finanz- und Wirtschaftskrise unterrichtlich umsetzen? Was muss bei einer modernen Lehrerausbildung berücksichtigt werden?  Welche empirischen Verfahren sind geeignet, um das Wirtschaftswissen von Schülerinnen und Schülern zu messen? Mit der Wissenschaftskooperation können wir auch attraktive Rahmenbedingungen zur Förderung unseres Nachwuchses setzen“, sagte der Direktor des IÖB. Sein Wiener Kollege Prof. Dr. Josef Aff stimmte ihm bei: Guter Unterricht sei einerseits kritisch, er zeige Probleme und offene Fragen auf. Auf der anderen Seite hinterlasse er beim Schüler keine Ohnmachtsgefühle, sondern biete Lösungen und Handlungsmöglichkeiten. „Die Frage ist bei uns allen: Wie macht man es? Den Nutzen unserer Kooperation sehe ich darin, auf der Basis empirischer Untersuchungen und didaktischer Modelle umfassendere Antworten zur Gestaltung im Klassenzimmer zu finden“, sagte Aff.

Der zweitägige „Kongress zur ökonomischen Bildung und Wirtschaftsdidaktik“ im Institut für Ökonomische Bildung bot für 20 Vertreter beider Einrichtungen den Rahmen für einen ersten internationalen Forschungsaustausch. Zu den Highlights zählte der Vortrag von Prof. Dr. Josef Aff.  Er fragte nach dem Beitrag von Modellen und empirischer Unterrichtsforschung zur Professionalisierung ökonomischen Unterrichts. Aff, der sich selbst als „Pendler“ zwischen Theorie und Praxis beschreibt, war mehr als 13 Jahre selbst als Lehrer tätig und hatte in Deutschland über 10 Jahre Professuren für Wirtschaftspädagogik in Köln und Erlangen-Nürnberg inne, bevor er 2005 die Leitung des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien übernahm. In weiteren Vorträgen ging es unter anderem um die Messung von Schülerkompetenzen, Fragen der Finanziellen Allgemeinbildung, die Umsetzung des Themas „Finanz- und Wirtschaftskrise“ mithilfe der Inszenierungstechnik Karikatur, die Gestaltung digitaler Unterstützungsstrukturen für Studierende und Lehrkräfte sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien.

Hintergrund zur internationalen Ausrichtung des IÖB
Das Institut für Ökonomische Bildung als größte Forschungseinrichtung für die ökonomische Bildung in Deutschland unterhält zahlreiche internationale Kooperationen in Mittel- und Osteuropa. Bereits seit 25 Jahren währt die Kooperation zwischen der Universität Oldenburg und der Staatsuniversität Novosibirsk. Kern dieser internationalen Arbeit ist die Entwicklung von Konzepten zur ökonomischen Bildung sowie von Qualifizierungsmaßnahmen und Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte, häufig in Verbindung mit Schulversuchen. Seit 1997 geben die beiden Einrichtungen gemeinsam die wissenschaftliche Fachzeitschrift EKONOMIKA (dt. Wirtschaft) heraus. In den letzten Jahren rückten die wirtschafts- und bildungspolitischen Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union zunehmend in das Zentrum der Arbeit. Ein Beispiel ist das EU-Projekt IMPULS (2011-2014), bei dem es um grenzüberschreitende Praxiskontakte von Schülerinnen und Schülern in Deutschland, den Niederlanden und Polen ging. In diesem Jahr hat das Institut zwei neue internationale Projekte angeschoben: ein BMBF-gefördertes Projekt mit zwei Universitäten in Armenien, ein EU-Projekt in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen in Bulgarien und Polen.

Die Wissenschaftskooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien soll das Forschungsprofil des Instituts in theoretischen und empirischen Fragen der ökonomischen Bildung weiter schärfen und Forschungsergebnisse international sichtbar machen.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans Kaminski
Tel. 0441-361303-12, kaminski@ioeb.de

 

v. l. Prof. Dr. Josef Aff (Leiter Institut für Wirtschaftspädagogik WU Wien), Dr. Werner Brinker (Aufsichtsratsvorsitzender IÖB) und Prof. Dr. Hans Kaminski (Direktor IÖB) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung - im Hintergrund: Kongressteilnehmer "Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik"