2014

28.07.2014

VÖBAS e. V. nimmt Stellung zu aktuellen Entwicklungen in der ökonomischen Bildung

Der Verband Ökonomische Bildung an allgemeinbildenden Schulen (VÖBAS e. V.) nimmt auf seiner Homepage Stellung zu aktuellen Debatten in der ökonomischen Bildung. So begrüßt der Verband das neue Fach „Wirtschaft - Berufs- und Studienorientierung“ in Baden-Württemberg, nennt aber auch Kriterien der erfolgreichen Umsetzung. So müsse zum Beispiel in den auszuarbeitenden Curricula die Berufs- und Studienorientierung wie auch die allseits geforderte Verbraucherbildung in den größeren Zusammenhang der ökonomischen Allgemeinbildung eingeordnet werden, heißt es in einer Meldung.

Das NRW-Wahlpflichtfach „Politik/Ökonomische Grundbildung“, das in NRW 2015 ab Klasse 7 eingeführt werden soll, sieht der Verband angesichts des erfolgreichen Modellversuchs „Wirtschaft in Realschulen“ kritisch. Die Vertreter des Verbandes hoffen, dass sich hier noch curriculare Verbesserungen ergeben.

Niedersachsen kehrt ab dem Schuljahr 2015 zu G9 zurück. Der VÖBAS e. V. fordert, bei der Reform den Politik-Wirtschaft Unterricht mit anderen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern annähernd gleichzustellen. Dem Verband geht es insbesondere darum, dass die Schuljahreswochenstunden in der Sekundarstufe I angehoben werden. Keinem anderen Fach des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes seien in den zurückliegenden Jahren so viele neue Aufgaben zugewiesen worden wie dem Fach Politik-Wirtschaft, begründet der Vorsitzende Dr. Karl-Josef Burkard die Forderung des Verbandes, der die ökonomische Bildung in den Bundesländern Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fördert und weiterentwickelt.

Auch zu den aktuellen Entwicklungen in der Verbraucherbildung nimmt der VÖBAS e. V. auf seiner Homepage Position ein. Verbraucherbildung bedürfe keines neuen Schulfachs, das sich auf Aspekte der privaten Lebensführung beschränke, sondern der flächendeckenden Institutionalisierung ökonomischer Bildung, welche die Gesamtheit der wirtschaftlichen Akteure in ihren Aktionen, Interaktionen und Interdependenzen in den Blick nehme.

Die Stellungnahmen finden sich auf www.voebas.de unter Aktuelles.

25.07.2014

Fachtagung an der Wirtschaftsuniversität Wien

Vom 07. bis 08. Juli 2014 wurde am Institut für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) in Kooperation mit dem IÖB Oldenburg eine gemeinsame Fachtagung zur Konzeptualisierung und Konkretisierung des Grundverständnisses fachdidaktischer Forschung ausgerichtet. Dabei standen insbesondere das Verhältnis von Theorie und Empirie und von Erkenntnis und Nutzen fachdidaktischer Forschung im Mittelpunkt. Es wurden die Zusammenhänge von Lehr-Lern- und Entwicklungsforschung sowie von Anwendungs- und Grundlagenforschung diskutiert und an zahlreichen Beispielen exemplifiziert. Damit wurde auch die Basis für internationale Kooperationen zwischen dem Institut für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien und dem IÖB Oldenburg gelegt. 

 

Mitglieder des Instituts für Wirtschaftspädagogik der WU Wien und des IÖB Oldenburg in der neu gestalteten Bibliothek der WU Wien


Foto: IÖB

22.07.2014

„Heiße Debatte“ über Infrastruktur im Park der Gärten

Bei herrlichem Wetter folgten über 200 Bürgerinnen und Bürger der Einladung von IÖB, wigy und NWZ, im Park der Gärten über Infrastruktur im Nordwesten zu diskutieren. Als Expertinnen und Experten waren Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, Bundesstaatssekretär Enak Ferlemann, BUND-Kreisvorsitzende Susanne Grube und IHK-Geschäftsführer Felix Jahn geladen. „Wir erwarten eine heiße Debatte zu einem heißen Thema“, leitete Prof. Dr. Hans Kaminski ein. Jeder wolle eine gute Infrastruktur, aber nicht vor seiner eigenen Haustür, so der Direktor des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB).

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, sahen den Schlüssel für die Lösung von Infrastrukturkonflikten in der Beteiligung der jeweils betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Zum erwarteten steigenden Güterverkehr in Oldenburg durch den JadeWeserPort sagte Ferlemann: „Wir müssen die Strecken schnell elektrifizieren, das ist automatisch auch Lärmschutz.“ Statt einer Bahnumgehung seien zudem verschiedene ökonomische Anreize denkbar, zum Beispiel ein Trassenpreissystem, das laute und leise Güterwaggons unterschiedlich verpreise. Lies sprach sich wie Ferlemann für eine Optimierung der Bestandstrasse aus: Gegen eine Umgehung spreche auch, dass diese in frühestens 15 bis 20 Jahren möglich sei und der Verkehr weitergehen werde, allerdings dann ohne Lärmschutz.

Die wirtschaftlichen Argumente für die Küstenautobahn A 20, ein weiteres strittiges Infrastrukturprojekt im Nordwesten, fasste Felix Jahn, Geschäftsführer Verkehr und International der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, wie folgt zusammen: Die A 20 sei eine Entlastungstrasse für A1 und A7, eine wichtige Seehafen-Hinterlandanbindung und vor allem  eine unentbehrliche transnationale Achse, die eine Verbindung von Holland bis nach Polen schaffe. Dagegen argumentierte Susanne Grube, Vorsitzende der BUND Kreisgruppe Ammerland. Ihrer Meinung nach werde der Wert der Ökosystemleistungen, z. B. Bestäubung und CO2-Bindung, zu wenig bei der Planung von Infrastrukturmaßnahmen berücksichtigt. Der Ausbau von Bestandsstrecken sei im Vergleich zum Neubau die umweltverträglichere Variante. Die A 20 würde durch verkehrsarme,  unverschnittene Räume verlaufen. Diese seien aber von größter Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt.

„Ökonomische Bildung kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Bürgerinnen und Bürger die wirtschaftliche Komplexität von Infrastrukturmaßnahmen verstehen und zu einer rationaleren Einschätzung alternativer Lösungsansätze gelangen“, so resümierte Prof. Dr. Dirk Loerwald vom IÖB die Diskussion, an der sich die Gäste rege beteiligt hatten.

Die Gartenvorlesung im Park der Gärten war die 13. Veranstaltung in der Reihe „1x1 der Wirtschaft“ in Kooperation mit der Nordwest-Zeitung. Immer geht es darum, aktuelle wirtschaftliche Themen aufzugreifen und zu diskutieren, um damit grundsätzliche wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich zu machen und die Vielfalt der zu betrachtenden Perspektiven aufzuzeigen.

Ein Video zur Veranstaltung findet sich unter: http://www.ioeb.de/mediathek

Einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen findet sich unter: http://www.ioeb.de/1x1derwirtschaft

 

oben links, v. l.:  Moderator Michael Koch (IÖB), Prof. Dr. Dirk Loerwald (IÖB), Prof. Dr. Hans Kaminski (IÖB), Enak Ferlemann (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur), Susanne Grube (Vorsitzende der BUND Kreisgruppe Amerland), Olaf Lies (Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Felix Jahn (Geschäftsführer Verkehr und International der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer)
oben rechts: Ausklang im Park der Gärten
unten links: Olaf Lies im Gespräch
unten rechts, v. l.: Das Organisationsteam, Oliver Krause, Nadine Hüllbrock, Dr. Claudia Verstraete, Martina Raker, Jacqueline Kleemann, Christian Ritter

v. l.: Prof. Dr. Hans Kaminski, Susanne Grube, Felix Jahn, Enak Ferlemann, Prof. Dr. Dirk Loerwald

Fotos: IÖB/Markus Hibbeler

17.07.2014

Weiterbildung Wirtschaft für niedersächsische Lehrkräfte an Haupt-, Real- und Oberschulen ab Oktober 2014 – Zertifikat des NLQ

Fachfremd unterrichtende Lehrkräfte im Fach Wirtschaft oder im Profilfach Wirtschaft an allgemeinbildenden Schulen erhalten Unterstützung vom Land Niedersachsen. Das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) bietet für Lehrkräfte an Haupt-, Real-, Gesamt- und Oberschulen in den Jahrgängen 7 - 10 eine 15-monatige internetgestützte Weiterbildung an und trägt die Kosten der gesamten Maßnahme. Das Lernen lohnt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Zum Abschluss bestätigt ihnen das NLQ mit einem Zertifikat, dass sie sich in besonderer Weise auf die Aufgabe vorbereitet haben, Wirtschaft im Sekundarbereich I der genannten Schulformen zu unterrichten.

Die Weiterbildung wird vom Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) durchgeführt. Dabei wechseln sich Online- und Präsenzphasen ab. Für die Onlinephasen werden die Lehrkräfte umfassend in die Lernplattform Ecedon eingeführt und im weiteren Verlauf dort auch individuell betreut. Der Umfang der einzelnen Phasen gestaltet sich so, dass die teilnehmenden Lehrkräfte diese neben ihrer alltäglichen Arbeit gut bewältigen können. Die fünf Präsenzphasen im Umfang von jeweils zwei bis drei Tagen finden im Ludwig-Windthorst Haus in Lingen/Holthausen statt.

Inhaltlich greift die Weiterbildung die vier großen Themenfelder auf, die in den curricularen Vorgaben des Niedersächsischen Kultusministeriums für das Fach Wirtschaft und das Profilfach Wirtschaft genannt werden. Hinzu kommen die Schwerpunkte Berufsorientierung, Verbraucherbildung und Finanzielle Allgemeinbildung. Neben den fachwissenschaftlichen Inhalten geht es insbesondere auch um fachdidaktische und methodische Grundlagen sowie das ganze Spektrum der unterrichtlichen Realisierung. Hierzu können die Lehrkräfte während der Weiterbildung u. a. die bundesweit größte Online-Datenbank des wigy e. V. mit Unterrichtsmaterialien zur ökonomischen Bildung nutzen.

Weitere Informationen zu den Inhalten, Terminen und erwarteten Leistungen sowie die Möglichkeit der Anmeldung:
https://vedab.nibis.de/veran.php?vid=71242

Weitere Informationen zu allen Fort- und Weiterbildungsangeboten des IÖB: http://www.ioeb.de/aktuelle-fortbildungen

Für individuelle Rückfragen steht Michael Koch, Bereichsleiter Qualifizierung und E-Learning im IÖB, zur Verfügung: Tel. 0441-361303-28, E-Mail: koch@ioeb.de