2013

19.11.2013

Newcomer: Neue Ausgabe veröffentlicht und Lehrerumfrage abgeschlossen

Die von IÖB und Handelsblatt durchgeführte Umfrage unter Lehrkräften zum Unterrichtseinsatz des Newcomer, der Wirtschaftszeitung für Jugendliche aller Schulformen ab der 8. Klasse, ist beendet. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die zahlreichen Rückmeldungen, die derzeit ausgewertet werden.

Weiterhin ist in diesen Tagen die 26. Ausgabe des Handelsblatt Newcomer erschienen. Thematisiert werden darin u. a. der Onlinehandel, dessen Umsätze seit Beginn der Vorweihnachtszeit wieder deutlich steigen, sowie damit verbundene Herausforderungen für den stationären Handel. Weiterhin geht es beispielsweise um die Einflüsse von Lobbyismus oder die Frage nach moralischen Grenzen von Werbung, schülernah erörtert anhand des Modelabels Abercrombie & Fitch.

Kostenlose Bezugsmöglichkeiten, eine englische Übersetzung und weitere Infos gibt es unter www.handelsblattmachtschule.de/newcomer

18.11.2013

wigy Jubiläumsforum am 15. November - 20 Jahre Netzwerkarbeit zur Förderung ökonomischer Bildung als Allgemeinbildung

20 Jahre wigy e. V. – am vergangenen Freitag feierte der Oldenburger Verein mit fast 200 Mitgliedern, Lehrkräften und Unternehmensvertretern sowie allen, die sich für ökonomische Bildung an Schulen interessieren, sein Jubiläumsforum. In der Jahresveranstaltung in der Oldenburgischen Landesbank AG (OLB) blickte der wigy e. V. auf eine spannende Geschichte zurück, die dort vor 20 Jahren begann. Wolf-Jürgen Thormann, damals im Vorstand der OLB und Sprecher der Initiative, gehörte neben Dr. Günter König von der Oldenburgischen IHK sowie Prof. Dr. Hans Kaminski vom Institut für Ökonomische Bildung zu den Gründern. Seit 1993 findet jährlich eine Wirtschaftslehrertagung in der OLB statt, seit 2002 das wigy Forum. Das langjährige Engagement wird heute von Hilger Koenig, Generalbevollmächtigter der OLB und Mitglied im wigy Vorstand, fortgesetzt.

Was als „Initiative Wirtschaft & Gymnasium“ für Wirtschaftslehrkräfte an Gymnasien im Jahr 1993 begann, ist mittlerweile zu einer bundesweiten Anlaufstelle für fast 1.000 Lehrerinnen und Lehrer im Bereich der ökonomischen Bildung an allgemeinbil­denden Schulen geworden. Der Verein unterstützt vor allem mit Materialien für den Wirtschaftsunterricht. Auch Unternehmen, die sich für Praxiskontakte zwischen Schule und Wirtschaft sowie für die Berufsorientierung engagieren, zählen zu den Mitgliedern. Die Einführung von Wirtschaft an Gymnasien sei von großer Bedeutung gewesen, sagte Prof. Dr. Hans Kaminski in seiner Begrüßung. Denn in Deutschland habe der Fächerkanon des Gymnasiums maßgeblichen Einfluss auf das Verständnis von Allgemeinbildung. Bis in die 90er Jahre sei Wirtschaft als „Blaujackenfach“ für Hauptschüler interpretiert worden. Erstmalig habe die „Initiative Wirtschaft und Gymnasium“ 1993 ein Memorandum vorgelegt, das Ziele und Inhalte für die ökonomische Bildung wie auch Methodenkonzepte darlegt.

Bewegte Bilder aus der Historie und dem Wirken des Vereins vermittelte der Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Brinker in seinem Festvortrag. Brinker rief die Unternehmen dazu auf, den wigy e. V. zu unterstützen. Es gebe noch viele gute Ideen, die der Förderung bedürfen.

Ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen mit der Jubiläumsaktion „20 Unternehmer/innen in Schulen“ zeigten Gerrit Sander von der Treuhand Oldenburg und Jörn Beineke von der Cäcilienschule Oldenburg zusammen mit Schülern auf. Einen Blick hinter die Kulissen gewährte die Redaktion „Handelsblatt Newcomer“. Die Wirtschaftszeitung für Schülerinnen und Schüler hatte mit der 25. Ausgabe seit 2008 ebenfalls Grund zum Feiern. Für einige besondere Überraschungen im Programm sorgte der Zirkus der Helene-Lange-Schule. Die OLB AG lud anschließend zum Empfang.

Weitere Informationen über den Verein: www.wigy.de

Die Videos zum Forum finden sich in der Mediathek.
 

Prof. Dr. Hans Kaminski (Direktor IÖB), Dr. Jörg Bleckmann (wigy Vorstand), Katrin Eggert (Geschäftsführerin IÖB), Hilger Koenig (OLB), Dr. Margareta Brauer-Schröder (Landesinstitut für Schule Bremen, beide wigy Vorstand) und Vorstandsvorsitzender Dr. Werner BrinkerDr. Werner Brinker, Vorsitzender des wigy Vorstandes, fordert Unternehmen dazu auf, den Verein zu unterstützen

Copyright Fotos: Andreas Burmann
 

14.11.2013

Bildungsstudie: Experten halten ökonomisches Wissen über Energieversorgung für bedeutsam

Was sollten Bürgerinnen und Bürger über ökonomische Aspekte unserer Energieversorgung wissen, um die anstehenden Veränderungsprozesse verstehen und mitgestalten zu können? Welches sind die ökonomischen Dimensionen dieser epochalen Herausforderung, die unter dem Schlagwort „Energiewende“ diskutiert wird? Diesen Fragen geht eine Studie nach, die das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg aktuell veröffentlicht hat. „Um beurteilen zu können, wie sich die Umgestaltung unserer Energieversorgungssysteme auf das eigene Leben auswirkt und um Veränderungen mitgestalten zu können, ist neben naturwissenschaftlich-technischen und politischen Kenntnissen auch ein ökonomisches Grundverständnis energiewirtschaftlicher Zusammenhänge unerlässlich“, so Prof. Dr. Dirk Loerwald, Leiter der Studie.

Die Oldenburger Wissenschaftler befragten im Rahmen der Studie Experten aus verschiedenen Bereichen, z. B. Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften, Umweltverbänden, Verbraucherverbänden oder Journalismus. Die Befragten schätzten in einem zweistufigen Verfahren die Bildungsrelevanz von ca. 120 ökonomischen Themenstellungen im Bereich der Energieversorgung und –nutzung ein. Insgesamt identifizierten die Autoren sieben Themenschwerpunkte, die als besonders bedeutsam bewertet wurden. Das Feld reicht hier vom Verbraucherverhalten, z. B. Energie sparen, und dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf Energiemärkten über staatliche Rahmenbedingungen und internationale Dimensionen der Energieversorgung bis hin zu Fragen nach Wirtschaftswachstum und den ökologischen und ökonomischen Implikationen von Energieproduktion und –nutzung. Grundsätzlich schätzten die Experten solche Themenstellungen als besonders relevant ein, die Bezüge zu den Lebenssituationen der Bürgerinnen und Bürger aufweisen, die volkswirtschaftlich und wirtschaftspolitisch ausgerichtet sind und die ein Verstehen struktureller Zusammenhänge ermöglichen. Wirtschaftswissenschaftliches Fachwissen wurde grundsätzlich als wichtig für ein Verstehen der Energieversorgung und –nutzung angesehen, muss aber nach Ansicht der Experten durch ökonomische Handlungs- und Urteilskompetenzen ergänzt werden.

Die Delphi-Studie ist im Forschungsbereich „Ökonomische Energiebildung“ des IÖB entstanden, der vom Land Niedersachsen seit 2012 gefördert wird. Sie dient als Grundlage für eine inhaltliche Konkretisierung der ökonomischen Energiebildung und als Basis für die Konzeption zielgruppenspezifischer Bildungsangebote, vor allem auch in der außerschulischen Erwachsenenbildung. Mit Materialien für den Unterricht in Haupt-, Real-, Ober- und  Gesamtschulen sowie Gymnasien beschäftigt sich das IÖB bereits seit 2005.

Die Studie ist als PDF kostenfrei erhältlich unter: www.ioeb.de/energie-aktuelle-forschungsarbeiten

Kontakt:
Prof. Dr. Dirk Loerwald / Tel.: 0441-798-2651 / E-Mail: loerwald@ioeb.de

28.10.2013

Energiewende macht Schule

Die Energiewende macht Schule. Um fit für das Thema im Wirtschaftsunterricht zu sein, haben Bremer Lehrkräfte am Mittwoch eine Fortbildung mit Exkursionen zum Heizkraftwerk Hastedt und zum Neuen Weserkraftwerk besucht. Die Teilnehmer aus Oberschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen kamen auf Einladung des wigy e. V., der die Lehrerqualifizierung in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule Bremen (LIS) angeboten hat.
Zu Beginn thematisierte ein Sprecher der SWB die Stilllegung eines Gaskraftwerks wegen stark gefallener Börsenstrompreise. Für die Lehrkräfte im Unterricht ein Beispiel, welche wirtschaftlichen Folgen politische Maßnahmen auslösen können. Technisch gesehen war es für die Lehrkräfte interessant, Einblicke in die Abläufe des Weserkraftwerkes zu bekommen, das im Grunde unter dem Boden betrieben werden muss. Die vor Ort besichtigten Maßnahmen zum Schutz der Fische brachten den Umweltaspekt in die Diskussion.
Im Unterricht geht es den Lehrkräften darum, den grundlegenden Umbau unseres Energieversorgungssystems mit den Schülerinnen und Schülern auf gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene zu erörtern. Das Thema Energiewende kann zum einen Interessen- und Zielkonflikte deutlich machen, zum anderen lassen sich darüber grundlegende Wirtschaftskenntnisse vermitteln. Die Exkursion war ein Teil einer einmonatigen Fortbildung im Blended-Learning-Verfahren: Die regelmäßige Arbeit in einer Online-Lernumgebung wurde für die Lehrkräfte verknüpft mit einem Schulungstermin vor Ort im LIS. Hier bauten die Teilnehmer die fachliche Basis auf, indem unterrichtliche Vorgehensweisen entwickelt und passende Materialien vorgestellt wurden. Mit den Erfahrungen aus der Exkursion und den theoretischen Grundlagen können sie mit ihren Schülerinnen und Schülern nun systematisch an das Thema herangehen.
Das Fortbildungsangebot des wigy e. V., der den Lehrkräften auch zukünftig kostenlos passendes Unterrichtsmaterial in seiner Datenbank zur Verfügung stellt, wurde von der EWE AG Oldenburg gefördert.

Hintergrund
Der Oldenburger wigy e. V. erstellt Konzepte und Materialien für den Wirtschaftsunterricht, bietet Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte an und fördert Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft. Besonderes Kennzeichen des Vereins ist, dass er seinen rund 1000 Mitgliedern bundesweit die größte Online-Materialiendatenbank zur ökonomischen Bildung zur Verfügung stellt. Wissenschaftlich begleitet wird wigy vom Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums richtet der Verein in diesem Jahr zahlreiche Jubiläumsaktionen aus.


Foto: Blick vom angrenzenden Erdgaskraftwerk auf Bremen - rechts die eiserne Reserve 20.000 Tonnen Steinkohle