2015

25.06.2015

"Führung mit ihren positiven Aspekten vermitteln": Unternehmer diskutieren auf dem wigy Wirtschaftsforum über "Frauen in Führung"

„Ob mit oder ohne Quote – wenn wir mehr Frauen für Managementaufgaben gewinnen wollen, muss Führung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und insbesondere auch mit ihren positiven Aspekten vermittelt werden“, sagte Dr. Werner Brinker am Donnerstag auf dem wigy Wirtschaftsforum zum Thema „Frauen in Führung“. Rund 60 Personalverantwortliche und Führungskräfte aus der Region waren der Einladung des wigy Vorstandsvorsitzenden und Vorstandes gefolgt, um in der Geschäftsstelle des wigy e. V. über dieses Thema zu diskutieren. Der Verein setzt sich seit über 20 Jahren für mehr wirtschaftliche Grundbildung an allgemeinbildenden Schulen ein und fördert durch den Diskurs über aktuelle gesellschaftspolitische Themen den Austausch zwischen Schule, Wirtschaft und Wissenschaft.

Umfragen zufolge werde die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie als entscheidender Grund für den niedrigen Frauenanteil in Führungspositionen genannt, so Professor Dr. Stephanie Birkner, Juniorprofessorin für Female Entrepreneurship an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Das sei aber ein deutsches Problem: „Dort, wo Frauen überdurchschnittlich bis in die höheren Karriere-Etagen integriert sind, in Frankreich, Skandinavien, Kanada, den USA, sind die Geburtenraten vergleichsweise hoch“, so die Juniorprofessorin. Es wirkten ganz verschiedene Barrieren, erklärte Birkner: „Erhebungen zeigen z. B., dass Vorstände ihre Stellen nach dem Prinzip der Selbstähnlichkeit vergeben und diejenigen Bewerber auswählen, die ihnen selbst am ähnlichsten in Herkunft, Habitus und Werdegang sind oder sich durch Empfehlungen von Bekannten auszeichnen.“ Die Wissenschaftlerin nannte auch Argumente, den Frauenanteil im Top-Management zu erhöhen: „Unternehmen mit gemischten Teams haben eine höhere Umsatzrendite und ein deutlich geringeres Insolvenzrisiko.“ Laut DIW Studie lag der Frauenanteil in den Vorständen der 200 größten Unternehmen (außerhalb des Finanzsektors) in Deutschland im Jahr 2014 lediglich bei 5,4 Prozent.

Gemischte Teams sind einfach die besseren Teams, bestätigte Dr. Silke Wenzel, Leiterin Konzernpersonal bei der EWE AG. „Sie helfen, herausfordernde Aufgaben besser und effizienter zu lösen.“ Die EWE arbeite daran, Personalstrategien anzupassen. Ein Ansatzpunkt sei, die Personalpolitik stärker an Lebensphasen zu orientieren. „Wir berücksichtigen, dass Einsatz- und Leistungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Laufe der Erwerbsbiografie variieren und arbeiten an entsprechenden Karrieremodellen “, so Wenzel.

Die Diskussion moderierte Martina Raker, Leiterin der Geschäftsstelle des wigy e. V. „Wir freuen uns, dass das Thema so gut angenommen wurde“, so Raker. Der wigy e. V. wolle mit dem Wirtschaftsforum nah dran sein an der wirtschaftlichen Praxis. „Mit dem Thema kann in der Schule deutlich gemacht werden, wie die Unternehmen, die Erwerbstätigen und der Staat als Gesetzgeber zusammenspielen müssen, um eine moderne Aufbauorganisation von Unternehmen zu gestalten,“ erläuterte Raker.

 „Es wird in Zukunft mehr Frauen auf allen Hierarchieebenen geben“, resümierte Dr. Werner Brinker. Das Wirtschaftsforum habe geholfen, den Diskurs über die Frage des „wie“ voranzutreiben.

Foto oben links, v.l.: Dr. Silke Wenzel (Leiterin Konzernpersonal EWE AG), Dr. Jörg Bleckmann (wigy Vorstand), Prof. Dr. Stephanie Birkner (Juniorprofessorin für Female Entrepreneurship, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Dr. Werner Brinker (Vorsitzender wigy Vorstand), Martina Raker (Leiterin Geschäftsstelle wigy e. V.), Prof. Dr. Hans Kaminski (Leiter Institut für Ökonomische Bildung), Dr. Joachim Peters (wigy Vorstand)
 

 

Internet: www.wigy.de

Gesetzlicher Hintergrund zur Frauenquote
Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst:

1. Börsennotierte und voll mitbestimmungspflichtige Unternehmen müssen für alle Aufsichtsratsposten, die  ab 2016 zu besetzen sind, eine Quote von 30 Prozent einhalten. Bei Nichterreichen bleiben die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Stühle leer. 108 Unternehmen werden von dieser Regelung erfasst.
2. Unternehmen, die börsennotiert oder mitbestimmungspflichtig sind, müssen sich (flexible) Frauenquoten für Vorstand, Aufsichtsrat, oberes und mittleres Management selbst verordnen und über die Fortschritte berichten. Diese Regelung betrifft rund 3.500 Unternehmen.
3. Auch für den Öffentlichen Dienst des Bundes wird es entsprechende Regelungen geben: Die Bundesverwaltung wird verpflichtet, sich konkrete Ziele zur Erhöhung des Frauen- oder Männeranteils zu setzen. Eingegriffen wird allerdings nur, wenn eine strukturelle Benachteiligung vorliegt.
Dort, wo der Bund mitbestimmen kann, gilt bei der Besetzung von Aufsichtsratsgremien ab 2016 ebenfalls eine Quote von 30 Prozent. Ab 2018 soll diese Quote sogar auf 50 Prozent steigen.“


Quelle: Bundesregierung: Die Gleichstellung kommt, 27. März 2015, http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2015/03/2015-03-06-frauenquote.html

Fotos: wigy / Markus Hibbeler

15.06.2015

VÖBAS-Erklärung zur Berufsorientierung in Niedersachsen

Der VÖBAS e.V. (Verband ökonomische Bildung an allgemeinbildenden Schulen) nimmt in einem Schreiben an das Niedersächsische Kultusministerium Stellung zur Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen. Eine Zusammenfassung sowie die vollständige Erklärung sind hier abrufbar: http://www.voebas.de/

Der in mehreren Bundesländern aktive Fachverband setzt sich seit rund zehn Jahren für die Verankerung und Weiterentwicklung der ökonomischen Bildung an allen allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufen I und II ein.

15.06.2015

Juni-Ausgabe des Newcomers veröffentlicht

 

In diesem Monat erschien die 34. Ausgabe des Handelsblatt Newcomers, der kostenlosen Wirtschaftszeitung für Jugendliche aller Schulformen ab der 8. Klasse.

Themen dieser Sommer-Ausgabe sind u. a. die global zunehmende Wasserknappheit, die griechische Schuldenkrise und die Frauenquote. Auf vielfachen Schülerwunsch wird des Weiteren der Markt für Fernbuslinien anschaulich betrachtet.

Der Handelsblatt Newcomer wird in Kooperation zwischen dem Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg (IÖB) und dem Handelsblatt seit 2008 herausgegeben. Lehrkräfte finden Bestellmöglichkeiten unter www.handelsblattmachtschule.de/newcomer

 


12.06.2015

Prof. Dr. Dirk Loerwald neu in der Geschäftsführung des IÖB

Prof. Dr. Dirk Loerwald, Inhaber des Lehrstuhls für Ökonomische Bildung an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und Leiter des Bereichs Schulpraxis und Unterrichtsforschung am IÖB, ist durch den Aufsichtsrat des IÖB mit sofortiger Wirkung in die Geschäftsführung berufen worden. Die Funktion ist auch verbunden mit der stellvertretenden wissenschaftlichen Leitung des Instituts.