2012

12.10.2012

Berufsorientierung: Kultusminister Althusmann lobt Aktivitäten von IÖB und IHK - 200 Teilnehmer in Oldenburg

„Wir haben viele gute Maßnahmen, jetzt müssen wir die Arbeit der einzelnen Akteure besser koordinieren!“ So beschrieb  Michael Engelbrecht, Vizepräsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), ein wichtiges Ziel der Tagung „Konzepte und Strukturen für eine systematische Berufsorientierung in Niedersachsen“. Zusammen mit dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) hatte die IHK am Donnerstag Vertreter aus Schulen, Unternehmen, Bildungspolitik, Kammern und anderen Einrichtungen im Oldenburger EWE Forum „Alte Fleiwa“ zu Gast. Die rund 200 Teilnehmer aus ganz Niedersachsen diskutierten, wie sich die Berufsorientierung im Land weiterentwickeln lässt. Als ein Partner bei der Berufsorientierung und -vorbereitung sei die IHK besonders daran interessiert, Ideen zum Ausbau von Praxiskontakten einzubringen, so Engelbrecht.

Die Maßnahmen des Landes Niedersachsen zur gezielten und vertieften Berufsorientierung erläuterte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann. „Wer in Niedersachsen zur Schule geht, profitiert von verpflichtender Berufsorientierung in allen Schulformen, von Kompetenzfeststellungen und frühzeitigem Kontakt zu Betrieben. Wir wissen, dass sich Praxisbezug positiv auf die Leistungsmotivation von Schülerinnen und Schüler auswirkt. Es ist sehr erfreulich, dass unsere Schulen bei der Berufsorientierung so viel Unterstützung von Seiten der Wirtschaft, von Betrieben, Kammern und Verbänden erhalten. Bei den Modulen, die die Schulen bei unserer „Koordinierungsstelle Berufsorientierung“ abrufen, binden wir stets die regionale Wirtschaft mit ein. So profitieren in Zeiten von Schülerrückgang und Fachkräftemangel beide Seiten“, sagte Althusmann. Der Kultusminister wies zugleich darauf hin, wie wichtig es sei, die Aktivitäten im Bereich der Berufsorientierung stets aktuellen Entwicklungen anzupassen, und dankte dem IÖB und der IHK für ihr Engagement.

„Der Landesregierung ist zuzustimmen, dass die Berufsorientierung eine schulische Gesamtaufgabe darstellt“, sagte Prof. Dr. Hans Kaminski, Direktor des IÖB. „Die Umsetzung dieses Anspruchs setzt aber voraus, dass die Beiträge der Fächer zur Berufsorientierung genauer bestimmt werden. Und wenn neben den Wirtschaftslehrkräften zum Beispiel auch Fachlehrer für Werte und Normen oder Deutsch die jungen Menschen auf das Arbeitsleben vorbereiten sollen, dann müssen diese für ihre Aufgabe auch weitergebildet werden“, appellierte der Bildungsexperte.

„In Oldenburg werden nicht nur Forderungen formuliert, hier wird auch sehr konkret an der Verbesserung der Berufsorientierung gearbeitet!“ Unter diesem Motto stellte Rudolf Schröder, Stiftungsprofessor mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung an der Universität Oldenburg, eine „Handreichung zur Berufs- und Studienorientierung“ vor, die eine Arbeitsgruppe aus Wissenschaft, Schule und Wirtschaft entwickelt hat. „Ziel unserer Arbeit war es, Schulen, Unternehmen und weiteren Akteuren eine konzeptionelle Hilfe an die Hand zu geben, um die Berufsorientierung effizienter gestalten zu können.“ Die über 300 Seiten starke Handreichung beinhaltet unter anderem für alle allgemeinbildenden Schulformen konkrete Vorschläge, wie die Schulfächer und außerschulischen Angebote verzahnt werden können. Weitere Schwerpunkte stellen beispielsweise die wirkungsvollere Gestaltung von Methoden wie das Betriebspraktikum und die Koordination regionaler Übergangsnetzwerke dar. Schröder lud die Teilnehmer ein, die Handreichung aktiv weiterzuentwickeln, insbesondere durch Best-Practice-Beispiele aus den niedersächsischen Regionen.

Die Tagung umfasste am Nachmittag eine Diskussion zwischen dem Kultusminister und Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Schule. In sechs Workshops vertieften die Teilnehmer einzelne Handlungsfelder, z. B. die Förderung der Berufsorientierung an niedersächsischen Gymnasien, die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Koordinierungsstelle Berufsorientierung oder die Zusammenarbeit zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen.

Die als Ordner angelegte Handreichung kann zum Preis von 25,00 Euro inkl. Versandkosten bestellt werden unter bestellung@ioeb.de. Kostenlos steht sie als Download zur Verfügung unter: www.berufsorientierung-niedersachsen.de.

(v. l.) Prof. Dr. Heinz Kaminski (Direktor des IÖB), Dr. Thomas Hildebrandt (IHK-Geschäftsführer für den Bereich Aus- und Weiterbildung), Michael Engelbrecht ( IHK-Vizepräsident), Kultusminister Dr. Bernd Althusmann, Prof. Dr. Rudolf Schröder (Stiftungsprofessor mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung an der Universität Oldenburg)

Foto: Thorsten Helmerichs

10.10.2012

wigy Veranstaltungstag am 16. November

Veranstaltungstag am 16.11.2012


Mit drei Veranstaltungen rund um die ökonomische Bildung für Lehrkräfte, Unternehmen, Institutionen und für die interessierte Öffentlichkeit präsentiert sich wigy am 16.11.2012 in Oldenburg. Anmeldungen zu den Vorträgen, Projektvorstellungen und Workshops zu aktuellen Themen der ökonomischen Bildung sind ab sofort online möglich: wigy Forum 2012 „Praxiskontakte im Rampenlicht“ (16:30 bis 18:00 Uhr), Fachtagung für Wirtschaftslehrerinnen und -lehrer „Üben und Erfolgskontrollen im Wirtschaftsunterricht“ (09:00 bis 15:00 Uhr), Mitgliederversammlung des wigy e. V. (15:15 bis 16:00 Uhr)

26.09.2012

20. Ausgabe des Newcomer erschienen

Auch nach den Sommerferien hält sich ein Schlagwort ungebrochen in den Schlagzeilen: die Euro(pa)-Krise. Begriffe wie Finanzpolitik, Rettungsschirm oder Staatsanleihen prägen die Diskussion. Ein guter Grund, sich in der nunmehr 20. Ausgabe des Handelsblatt Newcomers mit deren Bedeutungen auseinanderzusetzen. Welchen maßgeblichen Einfluss Europa auf unser Alltagsleben hat, zeigt sich auch in gewandelten Berufsbildern, die in dieser Ausgabe ebenfalls vorgestellt werden.

Wirtschaftspolitisch wird es ebenso bei der Rubrik „Profile“. Zum einen wird der US-amerikanische Wahlkampf thematisiert, der für internationales Aufsehen sorgt. Derweil sorgen zum anderen die Piraten in der deutschen Parteienlandschaft immer wieder für Diskussionen.

Der Handelsblatt Newcomer erscheint i. d. R. alle zwei Monate, die nächste Ausgabe folgt im November. Die Wirtschaftszeitung richtet sich an Jugendliche aller Schulformen ab der 8. Klasse und wird in Kooperation zwischen dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) und dem Handelsblatt herausgegeben. Kostenlose Bestellmöglichkeiten sowie eine englische Version unter www.handelsblattmachtschule.de/newcomer

24.09.2012

„1x1 der Wirtschaft“: Vielschichtige Diskussion zur Energiewende

Das Thema Energiewende sorgte für eine vielschichtige Diskussion beim „1x1 der Wirtschaft“ von IÖB und wigy. Eine Grundlage für die 150 Gäste im Garten des IÖB schuf zunächst Simone Malz, Leiterin des Forschungsbereiches Energiebildung im IÖB. Sie erläuterte eine ganze Reihe von Problemen, die es noch zu lösen gilt: der weitere Ausbau der Stromnetze, Speichertechniken, die Schwankungen bei Strom aus erneuerbaren Energien abfangen, ein verbessertes Nachfragemanagement der Verbraucher und schließlich auch bessere Abstimmungsprozesse zwischen Bund und Ländern beim Ausbau von Verteilnetzen. Prof. Hans Kaminski sah die Energiewende vor allem als partizipative Herausforderung. Die Politik müsse den Bürger mitnehmen. Dazu gebe es zwei Wege: die Information der Öffentlichkeit und die Integration der Energiethematik in das Fach Wirtschaft im allgemeinbildenden Schulsystem. Grundlegendes Wissen, zum Beispiel über Märkte, könne man auch am Beispiel der regionalen Energiewirtschaft erklären, so Kaminski.

In der anschließenden Diskussion machte Dietmar Schütz, Präsident des Bundesverbandes erneuerbare Energie e.V., auf die Erfolge der Energiewende aufmerksam: „Heute haben wir 25 Prozent erneuerbare Energie im Stromsektor und 400.000 Beschäftigte im Bereich der Erneuerbaren. Die technischen Innovationen sind enorm.“ Defizite räumte Schütz bei der Versorgung von Wärme aus erneuerbaren Energien ein sowie bei der Weiterentwicklung von Elektromobilität. Einen Bund-Länder-Koordinator forderte Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). „Ich glaube nicht, dass sich die süddeutschen Länder von den norddeutschen abhängig machen wollen“, so Stuke. Prof. Wolfgang Pfaffenberger von der Jacobs University Bremen ging noch einen Schritt weiter: Man könne nicht Windräder aufstellen, wo kein Wind wehe, nur weil gefördert werde. Wichtig sei die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Versorgung mit erneuerbaren Energien innerhalb der EU. „Wir brauchen mehr Markt bei den Erneuerbaren“, bekräftigte Stuke, „weil wir subventionierte Produkte in der EU gar nicht verkaufen dürfen.“

Neben der Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien wurden zum Thema der Veranstaltung „Energiewende - Leichter gesagt als getan?“ auch weitere Maßnahmen diskutiert: die Reduktion der Treibhausemissionen, Gebäudesanierung und nicht zuletzt ein bewussteres Nutzungsverhalten. Professor Pfaffenberger brachte es auf eine einfache Formel: „Wenn Energie teurer wird, dann lohnt es sich auch, Energie zu sparen.“

v.l. vorne: Simone Malz, Prof. Dr. Wolfgang Pfaffenberger, Dietmar Schütz,
v.l. hinten: Gert Stuke, Prof. Dr. Hans Kaminski, Michael Koch, Katrin Eggert
Foto: von Reeken/NWZ

Hintergrund zur Veranstaltung

Mit der Idee zur öffentlichen Sommervorlesungsreihe „1x1 der Wirtschaft“ wurden IÖB und wigy im Jahr 2009 als ein „Ort im Land der Ideen“ im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Aufgrund der großen Resonanz im ersten Jahr mit vier Veranstaltungen wird die Reihe kontinuierlich mit zwei Veranstaltungen im Jahr fortgeführt. Eine Broschüre „Das 1x1 der Wirtschaft“, herausgegeben von IÖB, wigy und NWZ, begleitet die Vorlesungsreihe. Hier werden Begriffe wie Bilanz oder Globalisierung in Kurzform erklärt. Die Vorlesungsreihe „1x1 der Wirtschaft“ lehnt sich an die gleichnamige Rubrik in der NWZ an, in der Grundbegriffe der Wirtschaft von Prof. Hans Kaminski (IÖB) erklärt werden. Die Begriffe sind online verfügbar (www.ioeb.de/1x1) oder können als Broschüre in der 3. Auflage kostenlos angefordert werden (info@ioeb.de). Zu einigen Vorlesungen gibt es Skripte, die ebenfalls auf der Internetseite kostenlos downgeloaded werden können.