2015

10.02.2015

Institut für Ökonomische Bildung kooperiert mit der Wirtschaftsuniversität Wien

Das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) stellt sich im internationalen Wissenschaftssystem durch gemeinsame Projekte und Forschungsarbeiten mit der Wirtschaftsuniversität Wien stärker auf. Grundlage ist eine Kooperationsvereinbarung, die Institutsdirektor Prof. Dr. Hans Kaminski und Prof. Dr. Josef Aff, Leiter des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien, zusammen mit dem IÖB-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Werner Brinker in Oldenburg unterzeichnet haben. Den Rahmen bildete ein gemeinsamer „Kongress zur ökonomischen Bildung und Wirtschaftsdidaktik“ vom 9. bis 10. Februar in Oldenburg.

„Als Forschungsinstitut müssen wir uns laufend fragen, ob unsere Methoden und Konzepte anschlussfähig an den internationalen Stand sind. Mit der Wirtschaftsuniversität Wien haben wir im Bereich der ökonomischen Bildung eines der forschungsstärksten Institute in Europa als Partner gewonnen“, erklärte Kaminski anlässlich der Unterzeichnung. „Für Oldenburg sind solche Wissenschaftskooperationen mit Forschungseinrichtungen des Auslands existentiell, um die Attraktivität als Universitätsstandort zu steigern“, betonte Dr. Werner Brinker. „Viele Fragen stellen sich Wiener und Oldenburger Wirtschaftsdidaktiker gleichermaßen, sie sind nicht auf das nationale Schulsystem beschränkt“, erklärte Bildungsexperte Kaminski, z. B.: „Wie lässt sich die Finanz- und Wirtschaftskrise unterrichtlich umsetzen? Was muss bei einer modernen Lehrerausbildung berücksichtigt werden?  Welche empirischen Verfahren sind geeignet, um das Wirtschaftswissen von Schülerinnen und Schülern zu messen? Mit der Wissenschaftskooperation können wir auch attraktive Rahmenbedingungen zur Förderung unseres Nachwuchses setzen“, sagte der Direktor des IÖB. Sein Wiener Kollege Prof. Dr. Josef Aff stimmte ihm bei: Guter Unterricht sei einerseits kritisch, er zeige Probleme und offene Fragen auf. Auf der anderen Seite hinterlasse er beim Schüler keine Ohnmachtsgefühle, sondern biete Lösungen und Handlungsmöglichkeiten. „Die Frage ist bei uns allen: Wie macht man es? Den Nutzen unserer Kooperation sehe ich darin, auf der Basis empirischer Untersuchungen und didaktischer Modelle umfassendere Antworten zur Gestaltung im Klassenzimmer zu finden“, sagte Aff.

Der zweitägige „Kongress zur ökonomischen Bildung und Wirtschaftsdidaktik“ im Institut für Ökonomische Bildung bot für 20 Vertreter beider Einrichtungen den Rahmen für einen ersten internationalen Forschungsaustausch. Zu den Highlights zählte der Vortrag von Prof. Dr. Josef Aff.  Er fragte nach dem Beitrag von Modellen und empirischer Unterrichtsforschung zur Professionalisierung ökonomischen Unterrichts. Aff, der sich selbst als „Pendler“ zwischen Theorie und Praxis beschreibt, war mehr als 13 Jahre selbst als Lehrer tätig und hatte in Deutschland über 10 Jahre Professuren für Wirtschaftspädagogik in Köln und Erlangen-Nürnberg inne, bevor er 2005 die Leitung des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien übernahm. In weiteren Vorträgen ging es unter anderem um die Messung von Schülerkompetenzen, Fragen der Finanziellen Allgemeinbildung, die Umsetzung des Themas „Finanz- und Wirtschaftskrise“ mithilfe der Inszenierungstechnik Karikatur, die Gestaltung digitaler Unterstützungsstrukturen für Studierende und Lehrkräfte sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien.

Hintergrund zur internationalen Ausrichtung des IÖB
Das Institut für Ökonomische Bildung als größte Forschungseinrichtung für die ökonomische Bildung in Deutschland unterhält zahlreiche internationale Kooperationen in Mittel- und Osteuropa. Bereits seit 25 Jahren währt die Kooperation zwischen der Universität Oldenburg und der Staatsuniversität Novosibirsk. Kern dieser internationalen Arbeit ist die Entwicklung von Konzepten zur ökonomischen Bildung sowie von Qualifizierungsmaßnahmen und Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte, häufig in Verbindung mit Schulversuchen. Seit 1997 geben die beiden Einrichtungen gemeinsam die wissenschaftliche Fachzeitschrift EKONOMIKA (dt. Wirtschaft) heraus. In den letzten Jahren rückten die wirtschafts- und bildungspolitischen Entwicklungen innerhalb der Europäischen Union zunehmend in das Zentrum der Arbeit. Ein Beispiel ist das EU-Projekt IMPULS (2011-2014), bei dem es um grenzüberschreitende Praxiskontakte von Schülerinnen und Schülern in Deutschland, den Niederlanden und Polen ging. In diesem Jahr hat das Institut zwei neue internationale Projekte angeschoben: ein BMBF-gefördertes Projekt mit zwei Universitäten in Armenien, ein EU-Projekt in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen in Bulgarien und Polen.

Die Wissenschaftskooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien soll das Forschungsprofil des Instituts in theoretischen und empirischen Fragen der ökonomischen Bildung weiter schärfen und Forschungsergebnisse international sichtbar machen.

Kontakt:
Prof. Dr. Hans Kaminski
Tel. 0441-361303-12, kaminski@ioeb.de

 

v. l. Prof. Dr. Josef Aff (Leiter Institut für Wirtschaftspädagogik WU Wien), Dr. Werner Brinker (Aufsichtsratsvorsitzender IÖB) und Prof. Dr. Hans Kaminski (Direktor IÖB) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung - im Hintergrund: Kongressteilnehmer "Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik"

06.02.2015

IÖB und Warsaw School of Economics wollen gemeinsame Forschungsprojekte für Lifelong Learning voranbringen

Trends, Entwicklungen und aktuelle Forschungsfragen im Bereich Lebenslanges Lernens (Lifelong Learning) standen im Mittelpunkt eines zweitägigen Expertenaustausches zwischen Vertretern der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, dem universitären Institut für Ökonomische Bildung (IfÖB), dem gleichnamigen An-Institut (IÖB) und der Warsaw School of Economics. Vom 3. bis 4. Februar waren Dr. Jakub Brdulak und Dr. Marek Chrzanowski von der Warsaw School of Economics zu Gast, um sich  mit Prof. Dr. Hans Kaminski, Prof. Dr. Rudolf Schröder, Michael Koch und Sandra Hänke (IÖB) sowie Dr. Annika Maschwitz (Arbeitsbereich Weiterbildung und Bildungsmanagement der Fakultät I Bildungs- und Sozialwissenschaften Uni Oldenburg) auszutauschen. Als Experte war zudem Dr. Ulrich Bernath, Herausgeber des Fachjournals EURODL (European Journal of Open, Distance, and E-Learning) zu Gast. Brdulak realisiert derzeit ein Forschungsprojekt im Bereich des Lebenslanges Lernens und wird die internetgestützten Ausbildungsangebote der Universität und des IÖB als Best-Practice Beispiel einfließen lassen. Nach der Diskussion möglicher gemeinsamer Forschungsfelder ist nun das Ziel der Beteiligten, ein gemeinsames Forschungsprojekt zum Thema „Lebenslanges Lernen für Lehrende an Hochschulen und Lehrkräfte an Schulen“ aufzustellen und dabei z. B. Fragen der Qualitätssicherung und des Einsatzes von ICT zu analysieren.

v. l.: Dr. Ulrich Bernath, Dr. Jakub Brdulak, Izabella Bieda, Sandra Hänke, Dr. Marek Chrzanowski, hinten: Michael Koch, Prof. Dr. Hans Kaminski

04.02.2015

Kick-off des EU-Projekts WIN²: Wirtschaftsunterricht handlungsorientiert und international gestalten

Mit einer Kick-off Veranstaltung vom 25.-28. Januar im Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) startete das Erasmus+ Projekt WIN². Hinter dem Kurztitel verbirgt sich eine dreijährige internationale Entwicklungsarbeit zum Thema „Wirtschaftsunterricht international und handlungsorientiert gestalten“. Die internationale Abteilung des IÖB, bei dem die Gesamtkoordination liegt, hatte zehn Schulleiter und Projektleiter aus Polen, Bulgarien und Deutschland zu Gast. Ziel von WIN² ist die Entwicklung von Schülerfirmen mit internationaler Komponente in den zugehörigen Projektschulen. „Wir haben Meilensteine und bevorstehende Aufgaben diskutiert - das Ganze in vier Sprachen“, fasste Sandra Hänke, Projektleiterin im IÖB, das Arbeitstreffen zusammen.

Neben einer deutschen Schule (Oberschule Osternburg, Oldenburg) sind Schulen aus Bulgarien (Handelsgymnasium Varna und Hristo Botev Schule Nikoalevka) und Polen (Gymnasium nr 3 in Biała Podlaska und Lyceum Zespół Szkół Ogólnokształcących nr 2 im. Adama Mickiewicza Biała Podlaska) beteiligt. Unterstützt werden die Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler inhaltlich und konzeptionell von Organisationen aus allen drei Ländern. Neben der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und dem IÖB sind dies: die polnische Fortbildungseinrichtung RECTUS RODN, die bulgarische Freie Universität Varna und die bulgarische Startup Initiative „Start it Smart“. Einen externen Blick und damit eine prozessbegleitende Evaluation der schulcurricularen Implementierungsschritte stellt die Wirtschaftsuniversität Wien sicher.

Im Februar folgt direkt der nächste Schritt: Vom 23. bis 27.Februar treffen sich 36 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften aus den Projektschulen in der Oberschule Osternburg und in der Universität, um erste „Spatenstiche“ zum Aufbau internationaler Schülerfirmen zu setzen.

 

Die Teilnehmer der Kick off Veranstaltung im Projekt WIN².

Kontakt: Sandra Hänke
Tel.: +49/441-361303-32, haenke@ioeb.de

27.01.2015

Neues (Schul-)Jahr, neuer Newcomer

Mit dem neuen Schulhalbjahr steht nun auch ein neuer Handelsblatt Newcomer für den Unterrichtseinsatz bereit. In dieser 32. Ausgabe der Wirtschaftszeitung für Schüler geht es unter anderem um Bedeutung und Auswirkungen des niedrigen Rohölpreises, die Veränderung von Fernsehgewohnheiten durch das zunehmende Angebot an Video-Onlineplattformen und die Gründe und Folgen der weltweit ungleichen Vermögensverteilung.

Herausgegeben wird der Newcomer in Kooperation zwischen dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) und dem Handelsblatt. Er richtet sich an Jugendliche ab der 8. Klasse, bereitet aktuelle Wirtschaftsthemen schülergerecht auf und kann kostenlos bestellt werden unter www.handelsblattmachtschule.de/newcomer