16. September 2014

Da fehlt doch was

[...] Die Fülle an Möglichkeiten, als junger Mensch sein Geld auszugeben, sich an komplizierte Verträge zu binden und abgezockt zu werden, sie war noch nie so groß wie heute. Die Aufklärungsarbeit in der Schule aber hat sich trotz intensiver Diskussionen und vieler Initiativen kaum verändert. [...] „Die steigende Komplexität der ökonomischen Verhältnisse ist für Schüler heute – ohne schulische Hilfe – kaum noch begreifbar“, sagt Hans Kaminski, Direktor des Oldenburger Instituts für ökonomische Bildung, das – unterstützt von Wirtschaftsverbänden, Ämtern und Ministerien – seit Jahren für mehr Wirtschaft in der Schule wirbt. Kaminski meint, finanzielle Allgemeinbildung, wie der englische Fachbegriff „financial literacy“ in etwa übersetzt heißt, sollte Teil einer übergeordneten ökonomischen Bildung sein. Damit vertritt er eine Mehrheitsmeinung, die für seltene Einigkeit zwischen Verbraucherschützern und Verbandsvertretern, zwischen Fachdidaktikern und Bildungspolitikern gesorgt hat: Zu viele Schulabgänger wissen zu wenig über Finanzen. [...] Jedes Bundesland hat andere Ideen, teils führen die Kultusminister eigene Fächer ein, teils ergänzen sie Lehrpläneumwirtschaftliche Themen und Verbraucherbildung. „Bei der Vielzahl von Konzepten kann man die finanzielle Allgemeinbildung von Schülern noch nicht einmal bundesweit empirisch untersuchen“, sagt Kaminski. [...]

[...] Kürzlich hat die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Rahmen der Pisa-Studie erstmals das Finanzwissen von 15-Jährigen untersucht– von denen viele selbst einfache Zusammenhänge nicht verstanden hatten. [...] Jeder Siebte hatte Probleme, die einfachen Fragen zu beantworten, etwa, warum eine Schülerin eine Rechnung erhalten hat. [...] 

Dennoch deutet eine Vielzahl von Forschungspapieren darauf hin, dass Menschen, die über Finanzen Bescheid wissen, auch besser sparen; sie investieren klüger, denken früher an Altersvorsorge und können besser mit Schulden umgehen. [...] Ob die Finanzbildung schon bald in allen Klassenzimmern zum Standard gehört? Das wird davon abhängen, in welchem Bundesland jemand aufwächst. Es gibt bislang keine Lehrerausbildung für ein Schulfach Wirtschaft, allenfalls freiwillige Fortbildungen. Für Finanzdinge in der Schule muss außerdem Platz im Lehrplan geschaffen werden, was die Diskussion nicht gerade vereinfacht. [...]

16. September 2014

Wirtschaftswissen: Mangelhaft

Ein wirtschaftliches Grundwissen sollte jeder Mensch haben, darüber zumindestens scheint in der deutschen Bildungslandschaft mittlerweile breiter Konsens zu bestehen. Für die Kultusministerkonferenz ist ökonomische Bildung sogar "ein unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung". Doch in welcher Form und in welchem Umfang ein Schüler bis zu seinem Abschluss ein grundlegendes Wirtschaftswissen mit auf den Weg bekommt, hängt nicht zuletzt davon ab, wo er zur Schule geht. [...]

"In der deutschen Bildungslandschaft gibt es etwa 50 verschiedene Begriffe für Fächer, die mehr oder weniger ökonomische Inhalte in den Schulen vermitteln sollen", weiß Dirk Loerwald, Professor für Ökonomische Bildung in Oldenburg. Selbst gleichlautende Fächerbezeichnungen seien jedoch kein Garant für eine inhaltliche ausgewogene Unterrichtsgestaltung, die Konzepte zur inhaltlichen Ausgestaltung variieren zwischen den Bundesländern. "Mal steht Wirtschaft im Mittelpunkt, mal wird den Schülern ökonomisches Wissen nur in homöopathischer Dosis verabreicht. Von einer einheitlichen Struktur sind wir weit entfernt." […]

Bereits seit einiger Zeit stellen zunehmend Finanzdienstleister, Verbände und Interessengruppen selbst mögliche Unterrichtsmaterialien für Lehrer und Schüler zusammen. Kritiker sehen darin ein Einfallstor für Lobbyisten in die Klassenzimmer. „Es gibt sehr viele verdienstvolle Initiativen, die gute Materialien bereitstellen“, relativiert der Oldenburger Professor Dirk Loerwald. Doch auch er mahnt zur Vorsicht: „Wenn Lehrer den Eindruck haben, dass die Darstellung zu einseitig ist, müssen sie durch ergänzende Materialien für Ausgewogenheit sorgen.“

Der Professor für Ökonomische Bildung hält einen eigenständigen Wirtschaftsunterricht, der den Schülern einen ausgeglichenen und kritischen Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt, grundsätzlich für wünschenswert. […]

Der Oldenburger Professor hat auch eine Wunschvorstellung für ökonomischen Unterricht in der Schule: „Zwei Wochenstunden Wirtschaftsunterricht spätestens von der achten Klasse an fände ich sinnvoll. Dass sich so etwas umsetzen lässt zeigen Länder, wie beispielsweise Niedersachsen, Bayern und künftig auch Baden-Württemberg.“ […]

10. August 2014

Verbraucherbildung Wie Schüler kritische Konsumenten werden sollen

Verbraucherbildung in ganz Deutschland als Pflichtunterricht in allen Schulformen und -stufen, am besten in einem eigenen Fach – das ist das Ziel der Verbraucherzentralen. Um es voranzubringen, haben sie 2005 das Forschungsprojekt Revis (Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in den allgemeinbildenden Schulen) begleitet, in dem Bildungsziele für alle Schüler formuliert wurden. [...]

[...] Befürworter eines eigenständigen Schulfaches Wirtschaft haben nichts einzuwenden, wenn sich einzelne Schulen als Verbraucherschulen profilieren. Insgesamt beäugen sie die Expansion der Verbraucherbildung in den Schulen aber kritisch. Vor allem warnen sie vor der Einrichtung eines Faches Verbraucherbildung. In der Anhörung des Landtages in Nordrhein-Westfalen, in der es um mehr Verbraucherbildung oder ein Fach Wirtschaft ging, nannte der Wirtschaftsdidaktiker Thomas Retzmann von der Universität Duisburg-Essen ein Fach Verbraucherbildung monoperspektivisch – es verenge den geistigen Horizont.

Das Institut für ökonomische Bildung an der Universität Oldenburg ergänzt, dass eine kritische Reflexion des eigenen Konsumverhaltens ohne ein grundlegendes Verständnis gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge nicht möglich sei. „Private Haushalte und Unternehmen sind zwei Seiten einer Medaille in einer Marktwirtschaft, daher muss neben der Verbraucherperspektive zwingend auch die Unternehmerperspektive berücksichtigt werden.“ Verbraucherbildung als reine Lebenshilfe zu konzipieren widerspreche zudem dem Bildungsauftrag allgemeinbildender Schulen. „Diese können nicht als ausgelagerte Verbraucherberatungsstellen fungieren.“ [...]

Um einen modernen Wirtschaftsunterricht zu machen, müssten sie hervorragend ausgebildet sein und sich in vielen Bereichen der modernen Ökonomie auskennen. Weil dies aber oft nicht der Fall sei, sei der Wirtschaftunterricht zu theoretisch und lebensfern, bemängelt Piorkowsky, der einen „Grundkurs Alltags- und Lebensökonomie“ konzipiert hat. Es sei eine Lücke entstanden, in der sich nun leider die Verbraucherbildung breitmache.

21. Juli 2014

Lob für neues Schulfach

Das Land Baden-Württemberg führt Wirtschaft zum Schuljahr 2016/2017 flächendeckend als Pflichtfach ein. Ziel ist es nach Angaben von Kultusminister Andreas Stoch, der ökonomischen Grundbildung und der Ausbildungs- und Studienorientierung an allgemein bildenden Schulen einen deutlich höheren Stellenwert zu geben.

"Baden-Württembergs Ansatz hat durchaus Vorbildcharakter für die Bundesrepublik", sagt Dirk Loerwald, Professor für Ökonomische Bildung an der Uni Oldenburg. Auf Ebene der Kultusministerkonferenz gibt es bislang keine Initiative, das Fach flächendeckend einzuführen. (...)

Das scheint notwendig. Die jüngst präsentierte Ausbildungsstatistik gilt als Beleg dafür, dass Schüler aller Schularten früher, gezielter und umfangreicher auf die Berufswelt vorbereitet werden müssen. Mehr als 37 000 Jugendliche parken derzeit in Übergangssystemen zwischen Schule und Beruf.

Manche stecken in Kursen, die noch nicht mal auf die Ausbildungszeit angerechnet werden. Gleichzeitig aber sind tausende Lehrstellen unbesetzt, fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Wirtschaftsminister Nils Schmid sieht die Reform denn auch als Riesenchance, Schule und Arbeitswelt enger miteinander zu verzahnen.

Aus Sicht der Wirtschaft soll das neue Schulfach vor allem zwei Dinge leisten. "Es muss praxisnahes Wirtschaftswissen vermitteln und - im Zusammenspiel mit der fächerübergreifenden Leitperspektive "Berufs-und Studienorientierung" - eine umfassende Berufsorientierung für die Schülerinnen und Schüler bieten", sagt Martin Frädrich, Geschäftsführer der Abteilung Beruf und Qualifikation der IHK Region Stuttgart und Federführer Ausbildung beim BWIHK. (...)

19. Juli 2014
Presseartikel

Infrastrukturplanung transparent machen

Im Park der Gärten wurde über Infrastruktur diskutiert. Der BUND fordert, Ökosystemkosten einzubeziehen. Die IHK mahnte Tempo an.

Der Bau der umstrittenen Autobahn A 20 („Küstenautobahn“) aus dem Westersteder Raum Richtung Elbe und Hamburg-Umfahrung werde in den den nächsten Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und er habe „keine Bedenken, dass es eine große Mehrheit dafür gibt“. Das sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, am Freitagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in der Reihe „1x1 der Wirtschaft“ des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB) und der Wirtschaftsbildungsinitiative wigy (beide Oldenburg) im „Park der Gärten“ in Bad Zwischenahn (Ammerland). (...)

Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) aus Sande plädierte bei der Veranstaltung für den Bau, ebenso wie Felix Jahn, Geschäftsführer für Verkehr bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Alle verwiesen auf die Prognosen für das Verkehrswachstum in den nächsten Jahren.

Susanne Grube, Ammerländer Kreisvorsitzende der Umweltorganisation BUND und seit 20 Jahren gegen die Planung der A20 engagiert, sagte, die Frage nach dem Bedarf sei nie plausibel beantwortet, sondern politisch entschieden worden. (...)

Thema des Abends war: „Konfliktfall Infrastruktur: Verkehrs- und Netzausbau im Nordwesten“. Das sei „ein heißes Thema an einem heißen Tag“, sagte Professor Hans Kaminski, Leiter des Instituts IÖB, eingangs. Infrastruktur sei eine „Lebensader für die Gesellschaft“. Jeder wolle sie, aber nicht in seinem eigenen Hinterhof. (...)

„Wenn wir die Infrastruktur nicht weiterentwickeln, dann wird es auch schwierig, die Wirtschaft weiterzuentwickeln“, sagte Wirtschaftsminister Lies. Es gehe nicht an, dass sich etwa Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Wilhelmshaven-Oldenburg am Ende über 20 Jahre hingezogen haben werde. Lies plädierte für Beschleunigungen und zugleich für weitestgehende Transparenz aller Abläufe und Entscheidungen. (...)

IHK-Geschäftsführer Jahn fordert, den Plänen für den Infrastrukturausbau Taten folgen zu lassen. Die A 20 etwa gehöre endlich in den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan. Jahn wies auch auf das Projekt einer Ortsumgehung für Brake hin. Es sei seit vier Jahren baureif – doch nun fehle das Geld.

16. Juli 2014

Debatte: Mehr BWL an Schulen?

Dass Wirtschaft auch in der Schule stattfinden soll, ist inzwischen weitgehend Konsens. Während Unternehmer sich mehr Betriebswirtschaft wünschen, befürchten Gewerkschafter eine zu einseitige Bildung.

Firmenchefin Josefa Wägner ist zufrieden. Die Geschäfte laufen gut. Der Umsatz liegt bei mehr als 12 000 Euro, die Lager sind leer geräumt. Eine Erfolgsstory - dabei ist Josefa Wägner gerade mal 17 Jahre alt. Die Firma, die sie leitet, haben sie und ihre Mitschüler am Gymnasium Friedrich II. im baden-württembergischen Lorch im Rahmen des Programms Junior des Instituts der deutschen Wirtschaft gegründet. [...]

Bislang ist Wirtschaft in Baden-Württemberg an Gymnasien ein Wahlfach. [...] Von 2016/2017 an wird im Südwesten „Wirtschaft Berufs- und Studienorientierung“ als Pflichtfach flächendeckend an allgemeinbildenden weiterführenden Schulen unterrichtet. [...] Bundesweit ist das Vorhaben einzigartig. „Baden-Württembergs Ansatz hat durchaus Vorbildcharakter für die Bundesrepublik“, sagt Dirk Loerwald, Professor für Ökonomische Bildung an der Uni Oldenburg.

Auf Ebene der Kultusministerkonferenz gibt es bislang keine Initiative, das Fach flächendeckend einzuführen. Während Niedersachsen beispielsweise ein Pflichtfach Wirtschaft für die Realschule hat und es in Gymnasien Wirtschaft und Politik nennt, gibt es in Nordrhein-Westfalen seit Jahren das Fach Sozialwissenschaften, für
Realschulen wird über ein Pflichtfach Wirtschaft diskutiert. „Von einer flächendeckenden Situation sind wir in Deutschland weit entfernt“, sagt Loerwald. [...]

Der Nutzen eines solchen Fachs ist auch umstritten. Die Arbeitgeber sprechen sich klar dafür aus. „In einem Sammelfach droht das Thema unterzugehen“, sagt Donate Kluxen-Pyta, stellvertretende Leiterin der Abteilung Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Außerdem gebe es ohne Fach auch keine spezialisierte Lehrerausbildung. Beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist man zwar auch für mehr ökonomische Bildung. „Das kann aber nicht nur BWL und VWL sein“, sagt Matthias Anbuhl, Abteilungsleiter Bildungspolitik des DGB in Berlin.

Wir sind für einen Fächerverbund“, sagt Joachim Ruth, der beim DGB in Baden-Württemberg für bildungspolitische Themen zuständig ist. Damit werde Wirtschaft in einen sozio-ökonomischen Kontext eingebettet und auch Verbraucherbildung könne einbezogen werden. Die Lorcher Schüler sind anderer Meinung: „Wenn man sieht, was man früher für Wirtschaft gehalten hat, merkt man, dass man nicht so richtig Ahnung hatte“, sagt die Schülerin Verena Schatz. In der Mischung mit Gemeinschaftskunde sei Wirtschaft zu langweilig - zu oberflächlich, findet Felix Weber, der an der Schülerfirma mitgearbeitet hat. Das Gymnasium folgt seit 2008 einem Konzept für ökonomische Bildung, das neben normalem Unterricht Planspiele oder die Kooperation mit mittelständischen Firmen vorsieht. [...]

Einige Firmen gehen noch weiter und haben die wirtschaftliche Bildung inzwischen selbst in die Hand genommen. [...] Im Verbund „Wissensfabrik“ bemühen sich mehr als 120 Unternehmen, Bildungspartnerschaften mit Schulen zu schließen. [...] „Schule darf keine Werbeveranstaltung werden. Im Gegenteil: Schule muss einer der letzten Bereiche im Heranwachsen unserer Kinder bleiben, der nicht auf Teufel komm raus marktkonform gestaltet wird“, sagt Verdi-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier. [...]

Stefan Küpper, Bildungsabteilungsleiter bei Südwestmetall, beschwichtigt: „Wir wollen keine kleinen BWLer und Unternehmer heranzüchten“, sagt er. Es gehe um einen breiten Ansatz. „Dazu gehören auch Gewerkschaften und Betriebsräte.“ [...]

15. Juli 2014
Presseartikel

Abbrüche in Studium und Ausbildung vermeiden

Berufsorientierung in den Schulunterricht integrieren, um die Abbrecherquote beim Übergang in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu senken - dieses Ziel verfolgt Prof. Dr. Rudolf Schröder, Hochschullehrer und Leiter der Abteilung Beufs- und Studienorientierung am Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) der Universität Oldenburg.  (...)

Gemeinsam mit der Oldenburgischen IHK sowie Vertretern aus Schule, Wirtschaft und Berufsberatung entwickelte Schröder daher einen Leitfaden, den Schulen bestellen oder im Internet herunterladen können. Für eine verbesserte Berufs- und Studienorientierung speziell an Gymnasien entwarf der ehemalige Leiter eines beruflichen Gymnasiums das Konzept "BOGn", das bereits 3000 Schülerinnen und Schüler durchlaufen haben. (...)

Bundesweit handelt es sich um die einzige Stiftungsprofessur in diesem Bereich - mit Strahlkraft: Schulen in Bremen und Brandenburg haben Schröders Konzept bereits übernommen.

10. Juli 2014

Orientierung für den Zukunftsweg

Ein Projekt zur Berufs- und Studienorientierung hilft den Schülern der Oberschule Rockwinkel bei der schwierigen Entscheidung des Berufsweges. Sie erhalten unter anderem gezielte Information über einzelnen Berufsfelder.

Was möchte ich werden? Diese Frage muss sich jeder Schulabgänger irgendwann einmal stellen. Das Projekt Berufs- und Studienorientierung (BOGn) hilft Schülern der Gymnasialen Oberstufe dabei, sich in dem Dickicht des Arbeitsmarktes und der Berufsmöglichkeiten zurechtzufinden. An der Oberschule Rockwinkel, eine von zwei Modellschulen, die sich für das Projekt in Bremen qualifiziert haben, fand jetzt der zweite Projekttag statt.

Entwickelt wurde BOGn vom Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) der Universität Oldenburg. Die Oberschule Rockwinkel führt das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Institut sowie der Agentur für Arbeit Bremen und Bremerhaven bereits zum zweiten Mal durch.

„Das Projekt motiviert die Schüler zuerst, sich selbst zu hinterfragen, was ihre Fähigkeiten und Berufswünsche sind“, erklärt Rebecca Stabbert von der Universität Oldenburg. „Im zweiten Schritt werden den Jugendlichen gezielte Informationen über einzelne Berufsfelder gegeben. Sie erfahren zum Beispiel in welchen Berufen sich ihre Interessen wiederfinden.“ (...)

Sich für einen Beruf beziehungsweise einen Studiengang zu entscheiden ist heute laut Stabbert um ein Vielfaches schwieriger als noch vor 14 Jahren. „Anfang 2000 gab es bundesweit noch etwa 300 Studiengänge“, berichtet sie. Heute gebe es um die 16 000 Bachelor- und Masterstudiengänge. „Die Studiengänge sind jetzt viel ausdifferenzierter. Heute spezialisiert man sich häufig schon vor dem Eintritt ins Berufsleben auf einen Bereich.“ (...)