14. Mai 2014
Presseartikel

Abbrüche in Ausbildung und Studium vermeiden

Fünf Jahre lang haben Stifter aus der regionalen Wirtschaft die Professur von Prof. Dr. Rudolf Schröder an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg finanziert. Im letzten Jahr wurde Schröders Professur für Ökonomische Bildung mit dem Schwerpunkt Berufsorientierung in den festen Stellenplan der Universität übernommen. Jetzt gab der Hochschullehrer bei einem Treffen der Stifter im Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) Auskunft darüber, welche Akzente er von 2008 bis 2013 mit der Stiftungsprofessur setzen konnte. Die Stifterorganisationen vertraten Prof. Dr. Heinz-W. Appelhoff (Wirtschaftliche Vereinigung Oldenburg - DER KLEINE KREIS e. V.), Jürgen Lehmann (NORDMETALL, ehem. NORD-WEST-METALL), Hilger Koenig (Oldenburgische Landesbank AG), Mirja Viertelhaus-Koschig (Vierol AG). (...)

In den letzten Jahren hat Niedersachsen die Berufsorientierung in den Haupt-, Real- und Oberschulen stark ausgebaut. „Die Schulen und Kooperationspartner sind oftmals mit der systematischen Umsetzung der zahlreichen Maßnahmen überfordert, es fehlt der Überblick“, so Schröder. Deshalb entwickelte er gemeinsam mit der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer sowie Vertretern aus Schule, Schulverwaltung, Wirtschaft und Berufsberatung die Handreichung „Berufs- und Studienorientierung in Niedersachsen“. Damit sollen die Schulen, Unternehmen, Arbeitsagenturen und Kammern unterstützt werden, ihre Aktivitäten besser aufeinander abzustimmen. Bislang wurden 400 gedruckte Exemplare bestellt und 2500 Downloads von der Internetseite www.berufsorientierung-niedersachsen.de durchgeführt. (...)

„Die Gymnasien hinken bei der Berufsorientierung immer noch hinterher“, bemängelte der Bildungsexperte. Eine Folge seien die hohen Abbrecherquoten im Studium. Deshalb hat er in Oldenburg ein Konzept zur Förderung der Berufs- und Studienorientierung an gymnasialen Schulformen (BOGn) entwickelt, das in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit entstanden ist, die das Konzept auch finanziell gefördert hat. 3.000 Schülerinnen und Schüler von sieben Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen durchliefen seit 2009 das BOGn-Konzept. (...)

In Zukunft werde er sich verstärkt der Frage widmen, wie Angebote für spezielle Zielgruppen konzipiert werden können, z. B. für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Eine weitere Herausforderung stelle die Verzahnung mit den schulischen Konzepten zur Inklusion dar. „Das Kultusministerium hat angekündigt, die Rückkehr zum Abitur in 13 Jahren zu nutzen, um die Berufs- und Studienorientierung zu stärken. Hier warten also neue Aufgaben“, blickte Schröder voraus. Die Stifter äußerten sich zufrieden über seine Arbeit. Ihnen ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Beruf oder ihr Studium finden, Abbrüche vermeiden und in der Region bleiben.

10. Mai 2014
Presseartikel

Gartenvorlesung hat sich etabliert

Auch 2014 setzen das Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) und die Wirtschaftsbildungsinitiative Wigy (Oldenburg) ihre Gartenvorlesung „1x1 der Wirtschaft“ fort. Zu den Gründen und Themen äußert sich IÖB-Direktor Prof. Dr. Hans Kaminski.

Frage: Die Reihe der Sommervorlesungen „1x1 der Wirtschaft“ wird auch 2014 fortgesetzt. Was hat den Ausschlag gegeben?
Kaminski: Die Reihe erfreut sich offensichtlich einiger Beliebtheit bei der oldenburgischen Bevölkerung und hat sich mittlerweile fest etabliert. Die Art und Weise, wie wir versuchen, elementar eine ganz bestimmte Fragestellung zu behandeln, wird von den Bürgern so gerne angenommen. Zugleich sehen wir es auch als Aufgabe unseres Instituts an, Bürger zu informieren, kontroverse Diskussionen aufzunehmen und Beispiele aufzuzeigen, was man hier in der Region tut. (...)
 
Frage: Die erste Gartenvorlesung am 19. Juni dreht sich um die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen. Warum dieses Thema?
Kaminski: Wir merken, dass über Themen wie Migration, Bildung, Wirtschaft und Kultur im deutsch-türkischen Verhältnis in den vergangenen Jahren immer wieder intensiv diskutiert worden ist. Zugleich sehen wir, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei und die Integration türkischer Mitbürger in unserem Land nicht immer einfache Aufgaben sind. Und genau weil das so ist, kann man nur über Information, Aufklärung und Diskussion eine andere Verständigungsstufe herstellen. Denn sonst reden wir gegenseitig über den Anderen, aber nicht mit dem Anderen. Und das gilt es, zu vermeiden.

30. April 2014
Presseartikel

1 x 1 der Wirtschaft: Integration, Migration und Wirtschaftspolitik - Zur Vielfalt deutsch-türkischer Wirtschaftsbeziehungen

Migration ist eines der großen gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit. Einer, der die Chancen und Herausforderungen bestens kennt, ist Vural Öger, der erste Anbieter von Türkei-Direktflügen aus Deutschland. Der ehemalige Abgeordnete aus dem Europäischen Parlament war zudem Mitglied in der Zuwanderungskommission der Bundesregierung. (...)

Beim "1x1 der Wirtschaft" wird er einen Impulsvortrag zu den kontrovers diskutierten Facetten der Migration halten. Die verschiedenen Blickwinkel des Themas wird auch eine anschließende Diskussion aufzeigen. Hierfür steht neben Öger auch die Abgeordnete des niedersächsichen Landtags, Aygül Özkan bereit. Die ehemalige niedersächsische Integrationsministerin ist zudem u. a. Mitglied des Kuratoriums der Stiftung "Bildung! Egitim! Kompetenzentwicklung für Menschen zwischen den Kulturen". Kompletiert wird das Podium von Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des Vorstands der EWE AG, welche sich seit 2007 stark auf dem Erdgasmarkt der Türkei positioniert hat.

5. April 2014
Presseartikel

Aktive Mitarbeit gefragt

„Es ist nicht egal, wo man aufwächst, denn die Umgebung prägt einen“, sagt Prof. Dr. Dirk Loerwald vom Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Vor diesem Hintergrund hat er das Projekt „Schlüsselbranchen im Nordwesten im Unterricht“ initiiert, das sich damit beschäftigt, wie man die Wirtschaft vor der Haustür in den Schulunterricht einbeziehen kann. Dazu ist das Arbeitsheft „Regionale Wirtschaft entdecken!“ erschienen, das in dieser Woche an der KGS Rastede vorgestellt wurde.


Denn die KGS-Wirtschaftsleherin Anne Eickelkamp ist Mitautorin des Arbeitsheftes.   Am Beispiel von fünf Branchen, die für den Nordwesten typisch sind, können die Schüler die Wirtschaft vor Ort entdecken und dabei einiges Grundsätzliches über Wirtschaft lernen. Was haben Freizeit und Urlaub mit Wirtschaft zu tun, die Supermarktregale sind voll, aber wie werden Lebensmittel produziert – das sind zwei Fragestellungen aus dem Arbeitsheft. Neben Tourismus und Ernährungswirtschaft sind dabei auch Luft- und Raumfahrt, Gesundheitswirtschaft und die Automobilindustrie Thema. Ansprechend aufgemacht und bebildert bekommen die Schüler im Arbeitsheft einen Überblick übers jeweilige Thema, nähere Erläuterungen und vertiefendes Material. Anschließend gibt es dazu kleine Arbeitsaufträge. Am Schluss steht immer ein Kapitel mit Zukunftsperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten der jeweiligen Branche.


Jeder Bereich wird unter Anleitung der Lehrkraft von den Schülern selbst untersucht, zum Beispiel mit einer Expertenbefragung, Erkundung eines Unternehmens oder Fallstudie. „Bei allen Methoden ist die aktive Mitarbeit der Schüler gefragt“, erklärt Anne Eickelkamp. Wer nur zuhören müsse, verliere den Spaß am Unterricht. „Für Jugendliche ist Wirtschaft einfach greifbarer, wenn sie ökonomische Prozesse und Zusammenhänge an einer exemplarischen Branche im eigenen Lebensumfeld herausarbeiten können“, erläuterte Loerwald. „Jeder achte Beschäftigte arbeitet in Niedersachsen zum Beispiel in der Gesundheitswirtschaft, da macht es auch für die spätere Berufsorientierung Sinn, sich mit diesem Wirtschaftszweig zu beschäftigen“, so der Wirtschaftsdidaktiker.


Neben Eickelkamp und Loerwald verfassten vier Mitarbeiter aus dem Institut für Ökonomische Bildung das Unterrichtsmaterial. Für die Recherchen stellte sich auch Detlev Dödling, der für die Bremer Landesbank Kunden aus dem Gesundheitswesen betreut, als Ansprechpartner zur Verfügung und vermittelte Fachkontakte in der Branche.

3. April 2014
Presseartikel

Wirtschaft für Schüler greifbar

Tourismus, Ernährungswirtschaft, Luft- und Raumfahrt, Gesundheitswirtschaft und Automobilindus­trie: Diese Branchen sind typisch für den Nordwesten. Wie man die Wirtschaft vor der Haustür in den Unterricht einbeziehen kann, damit beschäftigt sich das Projekt „Schlüsselbranchen im Nordwesten im Unterricht“.

Projektleiter Prof. Dr. Dirk Loerwald vom Institut für Ökonomische Bildung (IÖB) in Oldenburg überreichte am Mittwochmorgen mit Detlev Döding von der Bremer Landesbank, die das Projekt gefördert hat, einen Klassensatz des Schülerarbeitsheftes „Regionale Wirtschaft entdecken!“ an Anne Eickelkamp, Wirtschaftslehrerin an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede. Die 29-Jährige aus Oldenburg unterrichtet im fünften Jahr an der KGS und ist Mitautorin des Arbeitsheftes, das für die Sekundarstufe I gedacht ist.

„Für Jugendliche ist Wirtschaft einfach greifbarer, wenn sie ökonomische Prozesse und Zusammenhänge an einer exemplarischen Branche im eigenen Lebensumfeld herausarbeiten können“, erläuterte Loerwald.

Jede Branche kann unter Anleitung der Lehrkraft von den Schülern selbst untersucht werden, zum Beispiel mit einer Expertenbefragung, der Erkundung eines Unternehmens oder einer Fallstudie. „Bei allen Methoden ist die aktive Mitarbeit der Schüler gefragt“, erklärte Anne Eickelkamp. Neben der Wirtschaftslehrerin verfassten Projektleiter Loerwald und vier Mitarbeiter des Instituts das Unterrichtsmaterial.

In dem Projekt „Schlüsselbranchen im Nordwesten im Unterricht“ untersuchten Loer­wald und seine Mitarbeiter auch die Vorstellungen der Schüler von Wirtschaft. „Anhand der Schüleräußerungen zum regionalen Wirtschaftsraum konnten wir auf Stadtplänen quasi die Schulwege der Schüler nachzeichnen“, sagte Loerwald. „Es ist deutlich geworden, dass die Wirtschaft vor Ort als wichtiger Anknüpfungspunkt für ökonomische Lernprozesse dienen kann.“ Unterricht müsse die Vorstellungen der Schüler als Ausgangspunkt nehmen, aber auch durch Beispiele irritieren und Vorstellungen erweitern, ergänzte der Hochschullehrer.

Das Schülerarbeitsheft „Regionale Wirtschaft entdecken!“ kann beim Institut für Ökonomische Bildung für 3,50 Euro bezogen werden.

22. März 2014
Presseartikel

Als Verbraucher durchblicken

Die Verbraucherbildung von Schülerinnen und Schülern dürfte an den Schulen auch weiterhin eine Querschnittsaufgabe bleiben, an deren Erledigung diverse Fächer – darunter Politik/Wirtschaft als ein wichtiger Bestandteil – beteiligt sind. Ein eigenes Fach sei dagegen nicht zu erwarten. Das meinte Roland Henke, Referatsleiter im Landes-Kultusministerium, am Freitag beim „7. Tag der Ökonomischen Bildung“ in der Universität Oldenburg.

Eine wichtige Aufgabe sei, die Beiträge der einzelnen Fächer in ein „großes Ganzes“ der Verbraucherbildung einzuordnen, mahnte Henke vor rund 180 Lehrkräften aus Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen sowie Studierenden und Hochschulpersonal. Zurzeit drohe „Verzettelung“.

Der „Tag der Ökonomischen Bildung“ wurde vom „Verband Ökonomische Bildung an allgemeinbildenden Schulen“ (Vöbas/Oldenburg) veranstaltet. Dessen Vorsitzender Dr. Karl-Josef-Burkard plädierte für bessere Bedingungen in den Wirtschaftswissenschaften deutscher Hochschulen (Ausnahme: Oldenburg) für die speziellen Anforderungen von Politik/Wirtschaft, mehr Wirtschaftskompetenz auch bei Quereinsteigern und Weiterbildung. An das Fach würden ständig neue Herausforderungen herangetragen, seine Bedeutung wachse. Das spiegele sich so nicht immer in den Erlassen etwa zu den Zeitbudgets.

Mittlerweile sei ein breiter gesellschaftlicher Konsens für mehr Verbraucherbildung erreicht worden, sagte Professor Hans Kaminski (Institut für Ökonomische Bildung/Oldenburg), der kurzfristig für den erkrankten Professor Dirk Loerwald eingesprungen war. Es gebe kaum noch eine Organisation, die nicht die Einschätzung teile, dass Verbraucherbildung ein wichtiger Teil der Gesamtbildung sei. Allerdings seien daraus bundesweit noch nicht ausreichend Konsequenzen für die Fächer-Institutionalisierung, für Didaktik und Methodik sowie Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte gezogen worden.

12. März 2014
Presseartikel

Thema Konsum für die Schulen

Um die Konsumenten geht es am Freitag, 21. März, beim „7. Tag der Ökonomischen Bildung“ in der Universität Oldenburg. Veranstalter ist der Verband Ökonomische Bildung an allgemein bildenden Schulen (Vöbas) in Kooperation mit dem Institut für Ökonomische Bildung (IfÖB) der Uni.

Das Thema ab 9.45 Uhr lautet: „Verbraucherbildung als zentrale Aufgabe ökonomischer Bildung“. Zielgruppe sind Lehrende aller Schulformen und Hochschulangehörige, heißt es in einer Ankündigung.

Das Impulsreferat hält Prof. Dr. Dirk Loerwald, Hochschullehrer für Ökonomische Bildung. In sechs Workshops wird man sich dann mit Verbraucherbildung befassen – etwa zu Verschuldung, Verbraucherrechten, E-Commerce, nachhaltigem Konsum, Werbung und Steuern. (...)

21. Februar 2014

Lehrer bekommen "Zeugnisse"

Knapp 50 Lehrer erhielten in dieser Woche ihr Zertifikat zur „Berufsorientierung an Gymnasien“ (BOGn). Die Männer und Frauen haben an einer von der IHK Ostbrandenburg organisierten Fortbildung teilgenommen.

Mit „gut strukturiert“, „sehr praxisnah“ und „gute Verbindung zwischen Berufs- und Studienorientierung“ wurde der Kurs beurteilt. Am letzten Tag präsentierten und diskutierten die Teilnehmer ihre für die eigene Schule entwickelten Konzepte. Am Ende wurde der Wunsch nach einem persönlichen Erfahrungsaustausch in etwa einem Jahr deutlich. Die Lehrer werden sich außerdem über ein Online-Forum  austauschen können. Es wird von der Universität Oldenburg angeboten, die auch die Fortbildung durchgeführt hat.

Ab diesem Schuljahr Berufsorientierung auch an Gymnasien

Mit BOGn sollen Lehrer und Lehrerinneneinen Überblick über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in verschiedenen Berufsfeldern erhalten. Dabei werden unterschiedliche Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie vorhandene Strukturen und Programme in den Schulen berücksichtigt. Die Jugendlichen sollen aber nicht nur über die vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern informiert werden. Sie werde auch zu einer möglichst selbst gesteuerten Berufs- und Studienwahl befähigt. Dies betrifft beispielsweise die Selbsteinschätzung sowie die Informations-, Entscheidungs- und Zeitmanagementkompetenz.

Im September 2013 startete die Fortbildung im IHK-Bezirk in Zusammenarbeit mit den Schulämtern Eberswalde und Frankfurt  (Oder). Ab dem Schuljahr 2014/15 gibt es in der Abiturstufe einen Seminarkurs für Berufs- und Studienorientierung. Das hat das Brandenburger Bildungsministerium beschlossen.