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Neue ZEIT-Studie: Große Lücken im Wirtschaftswissen der Deutschen

Studien zum Wirtschaftswissen von Kindern und Jugendlichen im Speziellen oder der deutschen Bevölkerung im Allgemeinen gibt es mittlerweile einige. Sie sind von unterschiedlicher Qualität, sowohl inhaltlich-konzeptionell als auch forschungsmethodisch. Eines haben sie aber alle gemeinsam: im Ergebnis bescheinigen sie einen mehr oder weniger stark ausgeprägten ökonomischen Analphabetismus. Es gibt bis dato zumindest unseres Wissens keine Studie zur ökonomischen Bildung, die an dieser Stelle Entwarnung geben könnte.

Auch die aktuelle ZEIT-Studie zum Wirtschaftswissen, die vom renommierten Bonner Wirtschaftswissenschaftler Armin Falk verantwortet wird, bescheinigt den Deutschen zahlreiche Defizite in ganz unterschiedlichen Feldern ökonomischen Wissens. Falk kommt zu dem Schluss, dass das Unwissen über Wirtschaft weit verbreitet ist und dass das Ausmaß dieses Unwissens im Detail erschreckend sei. Besonders dramatisch erscheint der enge Zusammenhang zwischen hohem Bildungsniveau, hohem Einkommen bzw. Vermögen und gutem Abschneiden bei den Wissensfragen.

Soll ökonomische Bildung nicht nur ein Privileg für die obere Schicht der Gesellschaft sein, dann ist die schulische Bildung der richtige Ansatzpunkt, um hier Abhilfe zu schaffen, denn die erreicht jeden. Falk sieht hier das Problem losgelöst von der Frage nach einem eigenständigen Fach Wirtschaft an Schulen in zum Teil „langweiligem“ und „dogmatischem“ sozialwissenschaftlichen Unterricht. Dies zu ändern wäre aus seiner Sicht ein richtiger Ansatzpunkt. Etwas anders bewertet der langjährige Wirtschaftsjournalist und Experte für ökonomische Bildung Uwe Jean Heuser von der ZEIT die Lage: Er gibt in seinem Kommentar die Antwort darauf, „Warum das Fach Wirtschaft in die Schulen gehört“. So lange Schulen nach Fächern organisiert sind, sehen auch wir im Schulfach Wirtschaft den seriösesten Lösungsansatz, um das Problem der defizitären ökonomischen Grundbildung über den schulischen Unterricht entschärfen zu können.  

Interview mit Armin Falk: 

http://www.zeit.de/2018/07/wirtschaftswissen-oekonomie-deutsche-allgemeinbildung-dax-inflation

Kommentar von Uwe Jean Heuser: 

http://www.zeit.de/2018/07/oekonomie-wirtschaft-wachstum-inflation-schule-billdung-unterricht

Loe, 12.02.2018

Verband VÖBAS nimmt Stellung zu GEW-Darstellung

In der Dezemberausgabe 2016 der Zeitschrift „Erziehung und Wissenschaft“ (E&W), herausgegeben von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), erfolgte eine umfassende Auseinandersetzung mit Lobbyismus in Schulen und insbesondere der schulformübergreifenden Einführung des Faches "Wirtschaft und Studien- und Berufsorientierung" in Baden-Württemberg.

 

Der Verband Ökonomische Bildung an allgemeinbildenden Schulen e. V. (VÖBAS) hat zu den Darstellungen nun umfassend Stellung bezogen. Der erweiterte Vorstand weist dabei u. a. die "verbreiteten Zerrbilder der ökonomischen Bildung entschieden zurück." Und weiter hält er fest: " Als höchst polemisch und unfair und einer sachlichen Auseinandersetzung abträglich empfunden wird die in den Artikeln teils explizit, teils implizit vorgenommene Gleichsetzung der jahrzehntelangen Bemühungen um die Implementation des wirtschaftlichen Lern- und Handlungsfeldes in das Fächerspektrum aller allgemeinbildenden Schulen mit einigen in der Tat inakzeptablen Formen lobbyistischer Einflussnahme auf Schule. Anders als von den Autoren unterstellt, verstehen die im VÖBAS e.V. organisierten Lehrkräfte ökonomische Bildung als integralen Bestandteil allgemeiner Bildung, ohne welche die Komplexität moderner Wirtschaftsgesellschaften undurchschaubar bleibt. Nicht Verklärung bestehender Verhältnisse, wie in einem der Beiträge behauptet, sondern Aufklärung über ökonomische Strukturen, Interdependenzen und Probleme sei das Kernanliegen von Wirtschaftsunterricht."

Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier: http://www.voebas.de/

Ko, 31.01.2017

Bisherige IÖB-Standpunkte